Freitag, 9. Oktober 2015

Der Thron der Finsternis – Dämonen-Saga 4 von Peter V. Brett

Einführung

Zu sagen, dass das hier eine Rezension werden wird, wäre irgendwie falsch. Es wird vermutlich eher das wirre Gebrabbel eines Fangirls, dass total ungeordnet alle Möglichen Kleinigkeiten (und Großigkeiten) aufgreift.
Ich kenne einfach niemanden persönlich, der die Bücher gelesen hat (und mag).

Ich bemühe mich so viel wie möglich in Spoiler zu setzen (wers lesen will – bitte markieren) damit ich nicht allzu viel vorweg nehme. Was sich aber schlicht nicht ganz vermeiden lassen wird.


Alsooooo

Ich liebe das Buch. Vorneweg. Es ist in meinen Augen vielleicht bisher das Beste der ganzen Reihe. Aber ich kann mich sowieso schwer entscheiden, welches bisher mein Liebstes war. Ich weiß nur, dass ich Band 3 nicht so prickelnd fand wie die anderen.
Liegt vermutlich vor allem daran, dass mir Renna allzu sehr auf den Keks ging, weil sie ist zickig und nervig und ungeduldig und aggressiv und besserwisserisch und arrogant und argh. Ich hasse sie und ihre Hochzeit mit Arlen
und das Drumherum zerrte ganz schön an meinen Nerven.
Das war an diesem Band besser. Sie taucht nicht so oft auf und als sie auftaucht, bekommt sie eine deftige Abreibung und einen emotionalen Dämpfer, was mich mit einiger Genugtuung erfüllt hat, weil ich ein böser Mensch bin.

Außerdem gerät das Große Ganze ein wenig in den Hintergrund. Es dreht sich nicht mehr alles nur um den Kampf gegen die Dämonen, sondern es gibt mehr Sharuk Sun Schlachten, mehr Politik, mehr Intrigen, mehr Drama. Yeah, all die ganzen alltäglichen Nichtigkeiten und Wichtigkeiten.

Aber mussten wir gleich DREI!!! schwangere Frauen haben?

Und vor allem wird es emotional.
Im dritten Band habe ich noch ein sehr distanziertes Verhältnis zu Thamos und wusste ihn nicht so gut einzuschätzen. Und fand er war mehr Mittel zum Zweck. Auf den ersten 600 Seiten des Throns allerdings ist er mir enorm ans Herz gewachsen. Und ich mochte ich soooo gerne und fand ich klug und mutig und stark und yeah und wollte dass er eines Tages König von Angiers oder Miln oder dem Tal wird und dann stirbt er.
Es hat mir das verdammte Herz gebrochen. Erst dachte ich noch. Hah, Cliffhangar. Bestimmt ist er nicht tot und er wird schon wieder und dann steckt sein verdammter Kopf in einem Glas und er hat seine Eier im Mund
Ich war wirklich schockiert und echt traurig.

Dagegen konnte mich Rojers       Tod nicht erreichen. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte um diese Figur zu Ende erzählt war und dass es Zeit war die Figur aus dem Geschehen zu nehmen.
Irgendwie war ich ein bisschen wehmütig, weil man ihn wirklich eine lange Zeit begleitet hat
aber ich konnte es ertragen. Auch wenn ich hier vom Autor wirklich überrascht gewesen bin. Vor allem, weil es letztendlich recht schnell abgehandelt wurde und das vielleicht dem Charakter gegenüber ein bisschen unwürdig gewesen ist. 

Und ein paar mehr Cliffhangar gabs ja auch.

Die Frage, ob Abban tot ist.

Irgendwie könnte ich das kaum ertragen. Auch wenn er nie zu meinen Lieblingsfiguren gehört hat, war er ein spannender und interessanter Charakter und ich hätte hier am liebsten sofort eine Auflösung gehabt.

Generell wurde das Buch auf den letzten 200 Seiten noch mal so richtig spannend, so dass ich hier atemlos eine Seite nach der anderen gelesen habe und bei jeder Unterbrechung immer ungeduldiger wurde.
Der Stil des Buches baut einfach einen Sog auf, der einen die über 1000 Seiten gar nicht bemerken lässt.
Ich habe das Buch so schnell gelesen und mich echt geärgert, dass ich es nicht direkt schon im September gelesen habe, aber andererseits hat mir das die Wartezeit um einen Monat auf das Nächste verkürzt.

Ich kann den nächsten Band kaum abwarten und weiß doch, dass die Reihe dann vorbei sein wird und der Autor sicher wieder 2-3 Jahre für die Veröffentlichung braucht.

Aber ja, eins meiner absoluten Highlights dieses Jahr. Ich habe das Buch wirklich gefressen. Ich liebe es. Ich liebe die Welt, die Siegel, die Charaktere.

Sogar Inevera, die ich in den Vorgängerbüchern nicht ganz so sehr mochte, ist mir jetzt echt nahe gekommen.

Die Frauenbewegung,
die sie in Gang setzt bekommt in Band 4 ein breiteres Spektrum und wir erhalten sogar Details aus der Ausbildung der Speerfrauen und das ist alles ziemlich cool und ich wollte so gerne so viel mehr davon.
Und ihr Schicksal hat mich zwar nicht direkt überrascht, aber es gibt dem Ganzen eine neue Wendung und das macht das Ende noch spannender und das Gesamtgeschehen mit Sicherheit interessanter.

Dann, Leeshas Siegelkinder, oh man – ich habe mir in dem Moment gewünscht auch da zu sein. Und dazu zu gehören. Die Idee, so klein sie auch war, war für mich total episch. Und ich hätte so gerne mehr darüber erfahren und mehr Zeit mit ihnen verbracht. Alle wollen nach Hogwarts, ich wollte ins Tal den alagai-sharak kämpfen. 

Generell diese ganzen Schulen, Ausbildungen etc. finde ich super spannend. Ich könnte stundenlang darüber reden und spekulieren und über die Figuren reden, aber die Leute gucken mich immer nur verständnislos an.
Und dann kommt immer der Satz: „Wie? So dicke Bücher liest du?“ - Ja? - „Echt, freiwillig?“


Hach, ich will mehr. Ich will mehr Dämonen. Hab überlegt ob ich mein Wohnzimmer mit Siegeln mustere. Aber ich glaube dann schleift mein Freund mich zum Doktor für den Kopf.  


Fazit

Aus diesem wirren Gestammel, kann ich nur mit dem Fazit raus gehen. Ich bin begeistert, episch begeistert, aufgeregt und hibbelig und liebe liebe liebe das Buch. 
Ich kanns kaum erwarten mehr aus der Welt kennen zu lernen. 
Wie gesagt, das Ganze ist keine Rezension geworden, aber das mag man mir verzeihen. 

Kommentare:

  1. Hey, Dein Review - pardon - Dein wirres Fangirl-Gestammel wird dem Buch in der Tat gerecht.^^
    Ich fand den Einstieg zwar ein bisschen langsam, aber dann zieht die Spannung immer mehr an bis es explodiert. Einige interessante neue Charaktere (Ashia zB. Hammer!) und fiese Schlachten. Bin wirklich schwer gespannt auf den letzten Band. Wer weiß, vielleicht findet ja nochmal ein größerer Zeitsprung statt und die Kinder erlangen größere Relevanz, We'll see...

    Allerdings kann ich Deine Abneigung gegen Renna nicht ganz nachvollziehen. :D
    Die Gute ist zwar aufbrausend und impulsiv, aber auch die einzige die mit Arlen mithalten kann. Taffe Kämpferin und liebevolle, treue Partnerin. Hat sich echt gut gemacht. Die beiden gehören einfach zusammen.

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    1. Oh ja, Ashia ist ein ganz ganz großartiger Charakter. Gefiel mir ausnehmend gut. Aber ich glaube es wird schwer - bis hin zu unmöglich mich davon zu überzeugen Renna zu mögen. Ich glaube schon fast, dass sie so ein "Männer-Charakter" ist. Von Männern für ihre toughe Art gemocht und von den Frauen grundsätzlich verachtet.

      Aber danke für deinen Kommentar, der hat mir das Buch wieder in Erinnerung geschleift... :D Was in Leseflauten immer gut ist. :)

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    2. Naja, ich weiß nicht so. Renna ist der Lieblingscharakter meiner Freundin (neben Arlen verständlich). Vielleicht liegts an der Emanzipierung oder dem Ausbruch aus ihren Kackumständen, aber das kommt bei uns beiden gut an. ^^

      Aber so ist das halt. Mir geht zum Beispiel Leesha sehr häufig auf den Keks mit ihrer wankelmütigen und mitunter undurchdachten Art. Da finde ich Rennas straightes "kill demons, help Arlen, take no shit" vielleicht ganz erfrischend. :D

      Neben den beiden letzten Empfehlungen ist mir noch was eingefallen. "Ulldart - Die Dunkle Zeit" von Markus Heitz. Ist eine Fantasy-Reihe von sechs Büchern, die ich so manches Mal als Deutsches Song of Fire and Ice bezeichnet habe. Die Inspiration ist jedenfalls manchmal in Grundzügen erkennbar, finde ich. Sind aber für sich genommen spannende Bücher mit ein paar sehr coolen Ideen und Charakteren. Und es nicht die übliche Elfen-Zwerge-Blabla-Fantasywelt, das ist für mich immer ein Bonus.
      Das erste Buch ist "Schatten über Ulldart". Es gibt dann noch einen zweiten Zyklus bestehend aus drei Büchern.

      Achso, und mal eine Frage: Was bedeutet SUB? :)

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    3. Den ersten Band der Ulldart Reihe habe ich tatsächlich vor ein paar Jahren mal gelesen, aber so richtig überzeugt hat es mich nicht. Ich mochte den Hauptcharakter nicht so gern. Es war nicht schlecht, hat mich aber leider auch nicht so ganz erreicht. Ich denke nicht, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde. Aber danke für die vielen Empfehlungen.
      Mit Locke werde ich wohl eine Weile beschäftigt sein. Das Buch hat ja so die ein oder andere Seite ^^

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    4. Und SUB steht für Stapel ungelesener Bücher :D :D

      Der sich ja bei einigen Bloggern schon mal im 3-4stelligen Bereich befindet. Meiner war auch mal sehr sehr sehr hoch. Aber damit komm ich gar nicht mehr zurecht.

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  2. Zum Hauptcharakter: Njaaaa, kann ich nachvollziehen, aber Du solltest dann wissen, dass sich die weitere Handlung mehr aufsplittet und aus der Sicht mehrerer, wechselnder Charaktere erzählt wird. Lodrik ist zwar immernoch wichtig für die Story, aber im ersten Band ist der Fokus auf ihn am größten.

    Viel Spaß mit Herrn Lamora. Ich fands toll und hab mir direkt den zweiten Band geholt. Den rühr ich aber erst an, wenn ich mit Uni-zeugs durch bin. :D

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    1. Ich denke mir in solchen Fällen immer: es mag ja sein, dass die Perspektiven sich aufsplitten oder dass der Hauptcharakter sich verändert... aber... meistens habe ich den Charakter trotzdem so in Erinnerung, wie ich ihn kennen gelernt habe (ganz starkes Beispiel ist der Drachenbeinthron von Tad Williams) und es gibt sehr viele Bücher, in denen ich mich mit den Figuren sehr schnell anfreunden konnte und bei denen ich einfach inspirierter bin eine Reihe zu beenden. Also warum sollte ich mich mit einer Reihe auseinander setzen, wo mir der erste Teil schon nicht so gut gefallen hat. Auch wenn ich verstehen kann, dass da jeder Leser anders ist und manche das ganz anders halten.

      Ich bin nicht so der "Reihen am Stück Leser" daher sammeln sich bei mir sowieso viele Reihen an, bei denen ich vorhabe sie auf jeden Fall oder zumindest vielleicht zu beenden. Die einzigen Bücher, wo ich (mit wenigen Ausnahmen) einfach nicht abwarten kann sind die Bücher von Brandon Sanderson. Ich sterbe bei dem Gedanken an die lange Wartezeit auf den nächsten Stormlight Band :D
      Da dürfte ich definitiv auch nicht mit anfangen, wenn ich noch viel zu tun hätte - daher - das kann ich gut verstehen ^^

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    2. Brandon Sanderseon guck ich mir dann mal an. Von dem habe ich bisher noch nichts gelesen.

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    3. Was würdest Du denn als Einstieg für Sanderson empfehlen? Mistborn: The Final Empire? Oder eine andere Reihe?

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