Dienstag, 1. September 2015

Kurzrezensionen für August 2015

Tor der Erneuerung
Rai-Kirah-Trilogie 1
Carol Berg



Den ersten Band habe ich vor einigen Jahren gelesen und fand ich großartig. Ich mochte den Protagonisten Seyonne. Seine Beziehung zu seinem Besitzer. Die Magie. Die Dämonenkämpfe.
Der zweite Band hat mich dann doch schon etwas gelangweilt und die Thematik ging in eine Richtung, die mir nicht mehr so gut gefiel.
Der dritte Band war nicht wirklich sch*ße, aber die ersten 300 Seiten ist quasi gar nichts passiert. Wenn ich ehrlich bin, ist das ganze Buch hindurch nicht wirklich was geschehen. Die verschiedenen Plotstränge waren nur wirr miteinander verbunden, immer wenn das Tempo endlich etwas angezogen wurde, wurde die Szenerie verändert und wieder zog sich die Handlung endlos.
Ich bin mehr oder weniger mit dem Ausgang der Trilogie zufrieden, aber im Grunde war das Buch schon quälend. Ich bin froh, dass ich mit der Reihe durch bin. Und ich würde sie auch nicht wirklich empfehlen, auch wenn sie mal ein bisschen was anderes ist.

Golem und Dschinn
Helene Wecker



Das Buch ist mit Sicherheit nicht schlecht. Und ich kenne viele Menschen, die das Buch wirklich lieben, aber die Wahrheit ist, dass es einfach nicht mein Buch war.
Ich glaube ich mochte den Stil nicht. Er ist sehr gediegen und wirkt leicht verstaubt. Die ständigen Rückblenden in das Leben anderer Figuren – scheinbar willkürlich – konnten mich nicht erreichen. Am Ende werden sie zwar schlüssig zusammen geführt, aber zu dem Zeitpunkt war ich schon so gelangweilt, dass mir der Ausgang des Buches nicht mehr so wichtig war.
Die beiden Protagonisten mochte ich leider auch nicht.

Den weiblichen Golem mochte ich ganz gerne. Sie ist zwar jung, kindlich und naiv, aber dabei irgendwie sympathisch.
Dem Dschinn dagegen fand ich nervig. Er ist ein selbstmitleidiger arroganter Kerl. Und außer in den Szenen in denen er mit dem Golem interagiert konnte ich ihn kaum ertragen.

Vielleicht ist es unfair, dich anders haben zu wollen. Wir sind, wie wir sind, du und ich“Seite 357

Die letzten Seiten gefielen mir ein bisschen besser, zeitweise blühten die Figuren ein wenig auf und auch der Stil wirkte lockerer, dennoch musste ich mich ein bisschen zum lesen zwingen und mit Sicherheit werde ich das Buch kein zweites Mal lesen.


Susannah
Der dunkle Turm 6
Stephen King



Weil der Tod ein Geschenk für alle Ewigkeit war. Der Tod war wie Diamanten, für ewig.“S. 37

Ich mochte alle Bände der Reihe bisher extrem gerne. (Nur den Zweiten mochte ich nicht) und auch Susannah hat mir grundsätzlich gut gefallen. Leider nicht so extrem gut wie die voran gegangenen Bände, da Susannah ein bisschen wirkte wie die Einleitung zum Finale.
Dennoch kann man sich dem Sog des Buches nicht enziehen. Ich liebe Roland und Jake.
Susannah/Mia steht natürlich in diesem Band im Vordergrund und vielleicht gehört der Band vielleicht deswegen nicht zu meinen Favoriten, weil mir die männlichen Charaktere der Reihe einfach besser gefallen.

Dein Glaube versagt, und du ersetzt ihn durch rationales Denken. Aber es gibt keine Liebe in Gedanken, nichts Bleibendes in Herleitungen, nur Tod im Rationalismus.“
S. 140

Am besten gefielen mir die (fiktiven?) Tagebucheinträge von Stephen King ganz am Ende. Sie gaben dem ganzen Buch eine übergeordnete Glaubwürdigkeit, die mir gefiel.




Im freien Fall, oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte
Jessica Park



Ursprünglich bin ich durch den außergewöhnlichen Titel auf das Buch gestoßen. Ich habe die Leseprobe gelesen und war durchaus neugierig.
Schon nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich eine Ahnung, worauf das große Geheimnis hinauslaufen könnte.
Ich vergaß das Buch erneut, aber vor einigen Tagen habe ich es irgendwo wieder entdeckt und da ich Lust auf eine süße Liebesgeschichte hatte, habe ich zugegriffen.

Zugegeben, das Buch hat einige Schwächen.
Die Protagonistin ist teilweise äußerst oberflächlich, zeitweise arrogant, manchmal ganz schön zickig. Das hartnäckige Schweigen der Familie wirkt in manchen Moment etwas erzwungen .
Manche Dialoge wirken gewollt lustig und etwas hölzern.
Manchmal war ich ebenfalls der Meinung, dass sie nicht das Recht hat sich einzumischen. Aber ich konnte darüber hinwegsehen, weil das Buch sonst nicht funktioniert hätte.

Aber trotz all der negativen Punkte habe ich das Buch irgendwie geliebt. Meine Ahnung war im übrigen richtig, aber auch das hat dem Buch keinen Abbruch getan. Ich hatte im letzten Drittel fast durchgehend Fingerspitzenkribbeln und mit all seiner Leichtigkeit war das Buch mitreißend und schnell zu lesen.
Die weiteren Bände werde ich nicht lesen, denn das Ende des Buches ist stimmig, liebevoll und wunderbar abgeschlossen.

Wenn man mal Lust auf eine jugendlich leichte, etwas skurrile Geschichte mit ganz viel Herzklopfen und Fingerspitzenkribbeln hat, kann ich dieses Buch nur absolut empfehlen. Ganz wunderbar.


Bille und Zottel (1-7)
Tina Caspari

Zwischendurch hatte ich nur wenig Lust auf „richtige“ Bücher. Also habe ich zu einer Pferdereihe aus meiner Kindheit gegriffen.
20 Bände hat die süße Heile-Welt-Geschichte rund um Bille und ihr Zirkuspony Zottel.
Ich habe mich beim neuen Lesen noch sehr gut erinnern können und auch heute noch habe ich Bände, die ich über alles liebe und manche, die ich weniger gern habe.
Früher war Band 7 mein absoluter Liebling und auch heute noch mag ich ihn extrem gerne.
Die einzelnen Bände sind zwischen 70 und 130 Seiten lang und natürlich für Kinder geschrieben und daher sehr schnell zu lesen.
Die Gewissheit dass man am Ende ein Happy-End bekommt und alle Probleme sich leicht lösen lassen, macht das Buch auch in stressigen Woche zu einem wunderbaren Leseereignis.
Ich werde mit Sicherheit auch die restlichen Bände bald noch rereaden.

Denn jeder Band ist wie ein Nachhausekommen und das Treffen von alten Freunden.  

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