Mittwoch, 5. August 2015

Kurz-Rezension: Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten 1 von Laini Taylor

Es gibt so unendlich viele positive Meinungen im Netz, so viele wirklich zufriedene Rezensionen auf Blogs und allen möglichen Plattformen, das Buch wird furchtbar gehyped.
Das Cover (auch wenn ein Mensch zu sehen ist, was ich nicht so gerne mag eigentlich) finde ich wirklich sehr gut gelungen. Farblich und stilistisch eine Augenweide.
Ich war fest davon überzeugt, dass das Buch gut sein MUSS. Ich wollte es so unbedingt gerne mögen, so ziemlich jeder war doch davon begeistert. Aber...


ich fand es furchtbar.
Man nehme eine unfassbar perfekte Protagonistin –

sie ist außergewöhnlich schön, geheimnisvoll Dank ihrer blauen !!! Haare und ihrer Tattowierungen, sie beherrscht 26 !!! Sprachen, so ziemlich jede Kampfkunst – mit und ohne Waffe, sie ist unsagbar reich, sie kann perfekt zeichnen und malen und jeder bewundert sie dafür, sie hat den heißesten Exfreund ganz Prags – ach was sage ich, ganz Tschechiens und die Möglichkeit die ganze Welt zu bereisen, sie kann fliegen -

die trotzdem durchgehend jammert und weint und sich in ihrem Selbstmitleid suhlt. Weil sie ja ach so allein ist, so eine Leere in sich spürt. Buhuuu -.-

Dazu einen wunderschönen, perfekten, ach so gnadenlosen, Superengel mit ach so trauriger Vergangenheit, der ebenfalls die ganze Zeit wie ein weinerlicher Knilch daher kommt, und jammert und weint und schmachtet,
und einen recht schwachen, wenig innovativen Plot (Krieg Engel gegen Dämonen *räusper Chimären Verzeihung, der 1000e von Jahren dauert),
mischt man noch einen ganzen Batzen Vorhersehbarkeit und einen guten Schuss vollkommen überdramatisierter Insta-Love hinzu hat man dieses Machwerk

Der Erzählstil der Autorin driftet dazu teilweise vom durchaus Poetischen allzu schnell zum Übertriebenen ab. Wenn ich dann vom „Todesvogel der Seele“ lese, graust es mir dann doch.

Dazu kommt, dass ich nicht begreifen kann, wie Menschen diese „ vollkommene Liebe“ zwischen den Protagonisten akzeptieren können. Erst verletzten sie sich gegenseitig (weil sie natürlich Feinde sind) und dann stalked dieser creepige Engel das Mädchen während sie schläft. Ist es das, was man für die eigene Tochter will? Einen Verrückten, Gebrochenen (Tausend Jahre alten) Mann, der vor der Fensterscheibe sitzt und hinein starrt?
Ist das gesund?
Genügt es heutzutage einen schönen Menschen zu sehen und es Liebe zu nennen?
Ich bin wirklich fassungslos.

Das Problem ist noch dazu, dass leider auch nicht besonders viel passiert. Die Idee rund um Brimstone und die Zähne fand ich ja noch lesenswert, aber außer viel Geweine und viel Geschmachte geschieht herzlich wenig.
Vor allem ab der Hälfte spitzt sich das im Kreis drehen und sinnlos in die Länge gezogene Drumherum Gerede zu.

Man muss dem Roman zu Gute halten, dass er recht leicht zu lesen ist und auch recht fix, aber storytechnisch konnte mich das Werk nicht überzeugen. Ich empfand es als wenig abwechslungsreich, wenig kreativ, viel zu übertrieben, unglaubwürdig und Nerven raubend. Die Charaktere und der Hintergrund waren flach und unausgereift und die Figuren haben sich unreif verhalten und kindisch.
Die Dialoge (vor allem zwischen Karou und ihrer besten Freundin) wirkten sehr gestelzt und zeitweise erzwungen lustig. Die Alltagsszenen meist absolut unnütz und eher als Lückenfüller gedacht.

Ich glaube nicht, dass ich mich in irgendeiner Form motivieren kann den zweiten Teil der Reihe zu lesen, geschweige denn noch einen Dritten.

Ich wollte es wirklich mögen, aber letztendlich hat es mich nur genervt und ich kann die vielen Begeisterungsstürme in keinster Weise nachvollziehen.  

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