Dienstag, 23. Juni 2015

Rezension: Frostkuss – Mythos Akademy 1 von Jennifer Estep

Jennifer Estep
Frostkuss
ivi (12. März 2012)
OT: Touch of Frost
Broschiert
400 Seiten
14,99 Euro

Kurzbeschreibung

Gwen hat eine besondere Gabe. Sie kann mit einer einzigen Berührung unendlich viel über einen Menschen oder einen Gegenstand heraus finden. Sie ist eine Gypsy, daher wird sie an die Mythos Academy geschickt um dort zu lernen mit ihren besonderen Kräften umzugehen. Doch relativ schnell muss sie heraus finden, dass sie und die anderen Studenten dort in großer Gefahr schweben.

Allgemeines

Dieses Buch hat definitiv seine Schwächen. Dennoch muss ich dem Buch sehr dankbar sein, denn es hat mich Anfang Juni endlich aus meiner elenden Leseflaute gerissen, die gar nicht mehr weggehen wollte.
Zunächst habe ich die Kurzgeschichte gelesen und mich dann entscheiden, auch die Romanreihe anzufangen. Und trotz einiger Makel habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Charaktere

Die Protagonistin geht mir zumindest nicht so sehr auf die Nerven, wie es Protagonistinnen in anderen Jugendbüchern oft tun. Sie ist bemerkenswert wenig zickig, zwar unsicher, aber das auch zurecht. Ansonsten finde ich sie recht bodenständig und sympathisch.

Die anderen Charaktere bleiben noch ein wenig blass. Den Namen ihrer neuen Freundin zum Beispiel habe ich schon wieder vergessen, genauso wie den Namen ihres Love Interests. Beide waren zwar auf ihre Weise vollkommen okay, aber eben auch nicht besonders spannend, abwechslungsreich oder neu.
Dennoch gab es einige Szenen zwischen Gwen und dem Jungen, die mir ein wenig Fingerspitzenkribbeln bereitet haben.
Auch einige Szenen zwischen ihr und ihrer Freundin waren tatsächlich rührend. Daher habe ich im Grunde bei der Figureninteraktion nichts zu meckern.

Handlung und Stil

Viele Geschehnisse rund um die Mythologie sind ein bisschen over the top, gehen zu schnell oder sind ein wenig zu actionreich um noch glaubwürdig zu sein.
Außerdem sind die Bösewichte und auch ihr Plan einfach zu schnell vorhersehbar für Vielleser, das hat dem Unterhaltungsfaktor allerdings keinen Abbruch getan.
An manchen Stellen gibt es leider viel zu viele Wiederholungen und vermutlich war es das, was mich am meisten gestört hat.
Viel zu oft wird Gwen durch das Auftauchen einer bestimmten Person aus einer brenzligen Situation gerettet. Auch die Gefahren, die auf sie lauern, werden teilweise wiederholt. Die Lösungen sind dann leider auch wieder die Gleichen.

Ansonsten hat mich noch gestört, dass so ziemlich jeder anscheinend weiß, was es mit der Akademie auf sich hat oder mit Gwen oder den Champions, aber niemand, (selbst die Oma nicht) mal mit ein paar Informationen heraus rückt.

Für den Leser ist es sicherlich ganz gut, dass man die Informationen nur Stückweise erhält. Das hebt die Spannung, aber dass Gwen irgendwann aus diesem Grund frustriert war konnte ich vollkommen nachvollziehen.
Ich glaube, ich hätte nicht anders reagiert. Daher hätte man diese konstruierte Geheimnistuerei ein bisschen straffen können.

Fazit

Trotzdem, wie gesagt, gefiel mir das Buch unerwartet gut. Ich hatte ein bisschen Selbstfindung, Liebe, Action, Mythologie, Schulatmosphäre... fand ich super. Eine bunte, unterhaltsame Mischung, die mich aus der Leseflaute geholt hat und bei ich mir durchaus vorstellen kann, die Folgebände auch irgendwann zu lesen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen