Freitag, 19. Juni 2015

Kurzgeschichten im Juni 2015

Im April und Mai hatte ich einfach eine Leseflaute. Ich fühlte mich dazu gezwungen meinen SUB zu verkleinern, obwohl die Bücher schon ewig in den Regalen stehen und ich mehr oder weniger keine Lust habe, diese Bücher zu lesen.
Im Juni habe ich dann ein bisschen faul nach Kurzgeschichten gesucht, obwohl ich bisher nie so richtig der Typ für Kurzgeschichten gewesen bin. Früher galt: "Je länger das Buch, desto besser. Denn so habe ich mehr davon."

Da ich mich aber einfach nicht dazu durchdringen konnte einen Roman zu lesen, habe ich mir eine Kurzgeschichte ausgesucht, die mich dann prompt, zusammen mit dem ersten Teil der Romanreihe aus meiner Leseunlust befreit hat.

First Frost
Prequel zu Mythos Akademie 
Jennifer Estep

Im Grunde hatte ich schon eine Weile ein Auge auf die Romanreihe geworfen, war mir dann aber nie sicher, ob ich die Bücher wirklich lesen will.
Also dachte ich mir, dass dann das kurze Prequel sicher eine gute Entscheidungsmöglichkeit ist. Und ja, war es auch. First Frost hat mir die Protagonistin Gwen näher gebracht, die mir trotz ihrer ewigen Zweifel sehr sympatisch gewesen ist und die auch nie besonders zickig gewirkt hat.
Auch ihre Fähigkeit lernt man schon ein wenig kennen und man besucht mit ihr zusammen das Grundstück der Mythos Akademie zum ersten Mal.
Das alles war nicht besonders aufregend, aber ganz kurzweilig und unterhaltsam.

Der weil habe ich ja nun auch den ersten Band schon gelesen und muss sagen, dass das Prequel eigentlich absolut unnötig ist. Nur als wirklicher Fan ist es vielleicht sinnvoll. Denn viele Passagen in der Kurzgeschichte sind eins zu eins übernommen aus dem ersten Roman. Etwas Neues erfährt man dort nicht und auch keine Details die in den Romanen untergegangen sind.
Es wird wirklich viel einfach nur wiederholt.
Aber als Einstieg in die ganze Romanreihe, vor allem, wenn man sich nicht sicher ist, ob die Geschichte etwas für einen sind, kann man die Geschichte durchaus genussvoll lesen. Mich hat sie vor einem weiteren Monat der Leseunlust gerettet und dafür bin ich dankbar.

Der erste Band hat durchaus so seine Fehler. Aber ich habe ich trotzdem geliebt. Dazu gibt es dann eine separate Rezension die Tage.


Sixth of the Dusk 
Cosmere Shortstory 
Brandon Sanderson

Seufz! Es ist Brandon Sanderson. Also MUSS MUSS MUSS die Geschichte gelesen werden. Und da ich nicht weiß wann, oder ob sie überhaupt jemals übersetzt werden wird, habe ich sie kurzerhand im Original gelesen. Was mir jetzt keine nennenswerten Schwierigkeiten bereitet hat.

Sixth of the Dusk ist nicht nur der Name der Geschichte, sondern auch der Name des Protagonisten. Er arbeitet als Trapper auf einem Inselarchipel, das auf der Minor-Sharp-World First of the Sun beheimatet ist.
Das bedeutet diese Welt (die zu Sandersons Cosmere gehört) beherbergt weder einen eigenen Shard noch einen Splinter, ist aber durchaus durch die Comere-Magie beeinflusst.
Die Aufgabe eines Trappers ist es sich eine der Insel auszusuchen um dort für die Vermehrung und den Bestand der Aviar zu sorgen. Die Aviar sind magische Vögel, die ihrem Begleiter ihre Kräfte leihen.

Sixth wählt Padji, die größte und gefährlichste Insel und die Geschichte beginnt kurz vor seiner Ankunft. Ich weiß nicht, ob es einfach ist, dass ich voreingenommen bin, oder nicht, aber ich habe die Geschichte wieder einmal geliebt. Sie ist kurz, sicher, aber sie ist voller Ideen, voller Atmosphäre und ich habe Sixth richtig ins Herz geschlossen. Er ist wortkarg und vorsichtig, rauh und ruppig, aber das macht ihn so glaubwürdig.
Auch all die Gefahren, die auf den Inseln so lauern, waren denkbar, spannend und teilweise recht innovativ.
Sanderson schafft es einfach, mich schon auf wenigen Seiten so sehr in seinen Bann zu ziehen, dass ich mir wünsche, er würde daraus einen ganzen Roman machen. Leider ist das in diesem Fall nicht vorgesehen, da First of the Sun nur eine untergeordnete Rolle in der großen Geschichte seines ganzen Cosmeres spielt.
Allein das Ende hätte ich mir ein wenig anders erhofft.


SPOILER: zum lesen markieren

Am liebsten hätte ich es gesehen, dass er das Mädel in die Ausbildung nimmt und ebenfalls zum Trapper macht, statt mit ihr zu ihren Leuten zu gehen. 



Alles in Allem habe ich für mich festgestellt, dass manchmal - gerade für Zwischendurch - Kurzgeschichten ganz angenehm zu lesen sind, weil sie für schnelle Abwechslung sorgen und schnell gelesen sind.
*jammer* - Ich will mehr First of the Sun Geschichten über Aviar. *hmpf*

Kommentare:

  1. "Alles in Allem habe ich für mich festgestellt, dass manchmal - gerade für Zwischendurch - Kurzgeschichten ganz angenehm zu lesen sind, weil sie für schnelle Abwechslung sorgen und schnell gelesen sind."

    *schmunzel* Genau dafür sind sie ja da. :D Ich mag Kurzgeschichten auch, um mal einen Autor anzutesten oder zu schauen, wie unterschiedliche Autoren mit einem Thema umgehen. :)

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    1. Hab aber auch festgestellt, dass ich bei Kurzgeschichten kritischer bin. Sie gefallen mir schneller auch mal nicht. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor weniger Spielraum hat einen "Fehler" wieder gut zu machen, oder einfach daran, dass weniger Zeit für Entwicklung ist. Immerhin sind auch nicht so gute Geschichten schnell vorbei :D - bei der Sanderson Kurzgeschichte war ich bloß traurig, weil sie eben KEIN Roman war :D

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