Mittwoch, 22. April 2015

Rezension: Stürme des Zorn – Sturmlicht-Archive 4 von Brandon Sanderson

Stürme des Zorns
Brandon Sanderson
Heyne (23. März 2015)
Gebundene Ausgabe
OT: Words of Radiance (Part 2)
ISBN: 978-3453267480
800 Seiten
24,99 Euro

Kurzbeschreibung
Amazon

"Der Krieg zwischen dem Königreich Alethkar und dem geheimnisvollen Volk der Parshendi tobt bereits mehrere Jahre. Politische Intrigen und die Jagd nach magischen Edelsteinen lassen die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges sinnlos erscheinen. Aber dann tritt mit dem jungen Kaladin nicht nur ein ungewöhnlicher Held auf, ein Dunkelauge und ehemaliger Sklave. General Dalinar Kholin, der Kaladin unter sein Kommando nimmt, beschließt auch, alle Vorsicht fahren zu lassen und zusammen mit seinem Sohn und Kaladin an der Verwirklichung der Verheißung zu arbeiten – den Orden der Strahlenden Ritter neu zu gründen. Mit ihnen will Kholin den Kampf gegen den weißen Assassinen aufnehmen und den Krieg ein für alle Mal beenden – und so den alles zerstörenden Ewigsturm aufhalten."

Allgemeines

Ich habe sehnsüchtig auf dieses Buch gewartet. Ich kann mich nicht erinnern jemals (außer vielleicht bei den Büchern von Peter V. Brett) so sehnsüchtig auf ein Buch gehofft zu haben und nachdem das Datum der Veröffentlichung sich noch um einen Monat verschoben hatte, bin ich fast verrückt geworden.
Ich hatte riesige Erwartungen an dieses Buch. Und wie immer – zu Recht.
Einmal angefangen, musste musste musste ich einfach wissen, wie es weiter geht, mit Kaladin und seinen Leuten. Mit Shallan und Adolin. Mit Dalinar und all den anderen lieb gewonnen Charakteren.

Es ist immer schwierig eine angemessene, spoilerfreie Rezension zu einem Folgeband zu verfassen. Und die meiste Zeit möchte ich über dieses Buch sowieso nur jubeln und es feiern und mich in der Begeisterung verlieren.

Story und Charaktere

Die Geschichte ist gewohnt großartig, komplex, ineinander verschachtelt, überraschend und mit vielen Wendungen gespickt.
Nachdem ich im dritten Teil die etwas langatmige Reise von Shallan zur Ebene bemängelt habe, ist Teil 4 schon von Beginn an etwas rasanter.
Alle wichtigen Charaktere sind beieinander und interagieren miteinander. Und darüber hinaus ergeben sich etliche interessante Ansatzpunkte. Der Plot wird immer weiter ausgebaut und es gibt die ein oder andere nervenaufreibende Situation.

Jeder Charakter entwickelt sich weiter, selbst die Nebenfiguren. Shallans großes Geheimnis wird gelüftet und ich war zeitweise sogar so blind, dass ich nicht ahnen konnte, worauf es hinaus läuft. Und ich muss sagen, dass sie mir immer sympatischer wird. Normalerweise habe ich oft Schwierigkeiten mit den weiblichen Hauptfiguren, weil sie mir zu schön, zu zickig, zu weich dargestellt werden. Aber Shallan gefällt mir immer besser. Sie wird stärker, selbstbewusster, klüger und schlagfertig. Auch wenn mir dieser Umstand teilweise tatsächlich etwas zu überzogen dargestellt wurde. Und vor allem liebe ich Muster. Die Kommunikation zwischen den beiden gehört für mich zu den Highlights der ganzen Reihe.
Kaladin dagegen hat einiges an Sympatiepunkten eingebüßt. Er zweifelt mir ein bisschen zu sehr, versinkt etwas zu tief im Selbstmitleid und gibt sich einfach ein mal zu oft die Schuld. Aber dennoch halte ich ihn weiter für einen sehr authentischen Charakter, über den ich noch viel erfahren will. Leider finde ich auch sein Sprengsel Syl unfassbar nervig. Wenn auch nicht weniger interessant.
Vor allem will ich auch noch viel viel mehr über die Magie erfahren, die Ritter-Orden und und und, die ja eng verbunden sind mit den Hauptcharakteren.

Zwischenspiele

Die Zwischenspiele finde ich sowieso immer unglaublich interessant, weil man so einen Einblick in andere Teile der Welt, oder in andere Kulturen bekommt und sie den Fluss der Hauptstory nicht stören, aber in diesem Buch war ich vor allem von einem Interlud über alle Maßen begeistert und das war die Geschichte über Lift. <3 <3 <3

Lift erinnerte mich zwar ein wenig an Vin in jungen Jahren (aus den Mistborn-Büchern) aber ich habe sie geliebt.
Ein sehr sehr interessanter Charakter. Und da sie ja auch magisch ist (ich verrate im Grunde nicht zu viel. Lifts Kapitel ist in Orginalsprache frei verfügbar im Internet als Leseprobe und kann auch als Kurzgeschichte gelesen werden) macht es den Charakter noch spannender, als er sowieso schon ist. Und ich habe mir sehr gewünscht, dass Lift in den späteren Büchern noch eine Rolle spielt und umso glücklicher war ich, als Brandon Sanderson in einer Lesung verlauten ließ, das dies der Fall sein wird.

Kritikpunkte

Dennoch, auch wenn ich dem Buch jede mögliche Punktzahl gegeben habe, habe ich einiges zu bemängeln. Und das vor allem zum Ende hin.
Ein bestimmter Charakter wird einfach einmal zu viel durch mega Super-Power in letzter Sekunde gerettet, auch wenn es noch haarscharf glaubwürdig bleibt.
Das Endduell zwischen zwei Figuren war ein bisschen over the top und daher einfach zu viel des Guten.

Ansonsten habe ich aber auch noch zwei über-positive Anmerkungen. Natürlich weitesgehend spoielerfrei.
Im Epilog taucht eine Figur auf, mit der ich nicht gerechnet hätte und natürlich Schelm/Hoid. Die Figur, die in allen von Sandersons Cosmere-Romanen vorkommt, ist einfach so geheimnisvoll, interessant, teilweise witzig und philosophisch, dass ich den Epilog, an dem er ebenfalls Anteil hat, mehr als nur genossen habe.

Fazit

Ich könnte eine 50 seitige Rezension zu dem Buch schreiben und vermutlich zu fast jeder Szene irgendwas sagen. Ich könnte noch ewig weiter schwärmen, aber vermutlich würde es mir nur das Herz brechen, wenn ich daran denke, wie lange es noch dauern wird, bis ich den nächsten Band in den Händen halten kann.

Zur Aufmachung kann man einfach nicht mehr viel sagen, ohne sich zu wiederholen, aber sie darf nicht unbeachtet bleiben.
Ein wirklich absolut hochwertiges, wunderschön gestaltetes Hardcover, mit tollen Skizzen und Illustrationen, das sein Geld absolut wert ist.
Ich liebe diese Aufmachung und kann keinerlei Mängel feststellen.


Kommentare:

  1. Das ist jetzt die zweite Rezension die ich zu diesem Buch gelesen habe und trotz deiner wenigen Kritikpunkte ist sie ja doch überaus positiv. Ich komm wohl um Sanderson gar nicht mehr herum, wie es scheint. :D Werde mir dann wohl demnächst mal Band 1 besorgen! :)

    Allerliebste Grüße!
    Nazurka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin ein riesiges Fan-Girlie - was ALLE seine Werke angeht, bzw. alle die ich bisher gelesen habe und das sind einige. Wenn ein neues Buch rauskommt, bin ich immer tagelang total hibbelig. Ob man Sanderson gelesen haben MUSS? Ist sicher nicht für jeden was. Aber trotzdem... JA :-D

      Löschen