Freitag, 23. Januar 2015

Rezension: Der letzte Traumwanderer – Pandaemonia 1 von Christoph Lode

Der letzte Traumwanderer
Christoph Lode
Goldmann Verlag (03. Dezember 2010)
Taschenbuch
400 Seiten

als E-Book erhältlich 9,99 Euro
oder gebraucht

Kurzbeschreibung:
(Amazon)

Das Gelbe Buch von Yaro D’ar zu finden ist Liam Satanders einziges Ziel. Es war die letzte Bitte seines Vaters, bevor dieser von den gefürchteten Spiegelmännern ermordet wurde. Auf seiner Suche schleicht sich Liam in den Palast der mächtigen Herrscherin von Bradost ein – ein Ort voller Gefahren und dunkler Geheimnisse. Doch Liam kennt keine Furcht. Um herauszufinden, warum sein Vater sterben musste, würde er es mit jedem Feind aufnehmen. Selbst mit jemandem, der Macht über die Träume der Menschen besitzt.

Allgemeines:

Im Großen und Ganzen definitiv ein solides Buch. Sowohl was die Geschichte an sich betrifft, aber auch, was Setting, kreative Ideen und Schreibstil betrifft. Dennoch weist das Buch einige Mängel auf, die mein Lesevergnügen ein wenig geschmälert haben.
Aber Alles in Allem war es angenehm zu lesen, auch wenn ich sagen muss, dass es vom Spannungslevel und von den Figuren her ein Buch gewesen wäre, was ich als junges Mädel sicherlich mehr zu schätzen gewusst hätte als mit Mitte 20.

Was mir negativ ins Auge fiel:

Mein größter Kritikpunkt ist sicher der Anfang des Buches und zum Teil auch das Setting, daher möchte ich mit den negativen Aspekten beginnen.
Die ersten 100 Seiten hatte ich das wage Gefühl das Ganze schon mal so oder so ähnlich gelesen zu haben. Es erinnerte mich allzu leicht an Scar Night von Alan Campell, das im gleichen Verlag erschienen ist.
Auch wenn die Welt im Traumwanderer nicht an Ketten hängt und auch die mystischen Wesen andere sind, gab es mir doch zu viele Überschneidungen. Aus den Fleischmärkten wurden Garküchen, aus den Lumpensammlern wurden Schlammtaucher und aus den Seelenfressern wurden Ghoule. Aber letztendlich konnte ich mich damit arrangieren, da Herr Lodes Welt um einiges lebendiger und farbiger war, als die aus Scar Night.
Vielleicht aber ist das ganze auch dem Genre geschuldet. Damit meine ich, dass sich Steam-Punk Settings halt genauso schnell ähneln, wie die Standart-Fantasy-Welten. Dennoch denke ich, hätte man an dieser Stelle noch ein wenig mehr Abstraktion erreichen können.

Und da mir die ersten 100 Seiten alles viel zu bekannt vorkam, habe ich diese Abschnitte nur mit äußerstem Widerwillen gelesen. Je mehr „Eigenanteil“ hinzu gefügt wurde, desto mehr habe ich das Lesen genossen.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die beiden männlichen Hautdarsteller, bzw. die Charaktere an sich. Gerade Liam und Jackon ähneln sich einfach zu sehr. Ein paar mehr echte Ecken und Kanten, Schwächen und Charakterzüge hätte ihnen gut getan und ihnen vielleicht so eine deutlichere Persönlichkeit verliehen.
Aber davon ab waren mir die beiden Jungen durchaus sympathisch. Beide haben ihre Geheimnisse, versuchen aber nur irgendwie am Leben zu bleiben und sich vor allem einen Platz in ihrer Welt zu erhalten.
Auch die anderen Figuren sind teilweise etwas sehr klischeeüberladen, aber zumindest gingen mir die Damen der Schöpfung nicht auf den Geist. Ganz im Gegenteil, die etwas zerrissene, aber dabei sanfte und kluge Vivana mochte ich sogar ganz gern.
Umbra – Die Schattengängerin – ist sogar meine Lieblingsfigur. Auch wenn ihre Magie, genau wie die der anderen Figuren (mal von Jackon abgesehen) alle nicht allzu innovativ gewesen sind. Und leider gibt es keine Hinweise darauf, wieso einige Personen so sonderbare Gaben besitzen. Aber ein richtiger Kritikpunkt ist das nicht. Ich habe gern – vor allem – die magischen Szene gelesen.

Leider geht manchmal einiges zu schnell, wodurch ein wenig Spannung verloren geht, an anderen Stellen wirken Szenen ein wenig sehr gewollt. Gerade das Loch im Boden ex Machina – nur damit die beiden endlich Freunde werden können – war mir dann doch etwas zu gestellt. Aber im Großen und Ganzen sind das Kleinigkeiten.




Was mir wirklich gefallen hat:

Vor allem Jackons Traumwanderer-Kräfte fand ich faszinierend. Ein großes Lob an den Autor das Thema luzides Träumen bzw. Shared Lucid Dreams so geschickt in eine Steam-Punk/Fantasy Geschichte einzubingen.
Denn das war es woran ich direkt von Anfang an erinnert wurde. Zeitweise war ich versucht der Geschichte allein deswegen einen halben Stern mehr zu geben, aber dafür waren mir die Traumreisen dann doch etwas zu wenig Thema und ein wenig zu wenig ausführlich. Aber im Grunde mochte ich die Szenen wirklich gern und sie sind wirklich geschickt in das Setting eingeflochten worden.
Meiner Ansicht nach wird zwar noch nicht klar, was unsere Lady Oberbösewicht eigentlich mit Jackon und seiner Gabe anfangen will, aber ich denke das wird in den nächsten Teilen sicher näher erläutert.

Ansonsten machen auch die Szenen mit den Manusch (die an Roma erinnern) wirklich Spaß zu lesen.
Die meisten Figuren sind wenn auch nicht allzu perfekt ausgearbeitet, doch immerhin sympatisch. Selbst die Bösen.
Und die Ideen rund um die Schattenwesen, die verschiedenen Kräfte und die ganze Magie gefielen mir auch außerordentlich gut.
Daher:

Mein Fazit:


Ein durchaus lesenswertes Buch, mit vielen sehr interessanten Ansätzen, etwas zu flachen Figuren, aber viel Potential nach oben. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde, da die Bücher nur noch gebraucht zu haben sind, oder als elektronische Version, aber sollten mir die Bücher irgendwann einmal günstig in die Hände fallen, bin ich sicher, dass ich gerne weiter lesen werde. 

1 Kommentar:

  1. Eine sehr gute Kritik! Hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht ;-D
    Liebe Grüße
    Souci

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