Donnerstag, 18. Dezember 2014

Vorweihnachtliches Lesen 2014 (1)

Der letzte Advent

Seit 2 1/2 Wochen quäle ich mich mit einer fiesen Erkältung herum. Habe mich brav immer zur Arbeit bewegt, aber gestern war es dann soweit.
Ich musste dann doch mal zum Arzt. Und das kurz vor meinem Jahres-End-Urlaub. Die Ärztin hat mich bis Ende der Woche krank geschrieben und ich leide so vor mich hin. So verpasse ich die sau-coole Firmenfeier morgen und gammel quasi nur Zuhause rum und versuche meinen Husten und meine Nase unter Kontrolle zu bekommen.

Also dachte ich, tue ich mal was sinnvolles. Da ich mir als Jahresziel 2015 gesetzt habe, meinen SUB auf 40 zu reduzieren, meine Wunschliste aber wahnsinnig hoch ist, sollte ich vielleicht mal weiter machen mit dem Lesen.
Außerdem habe ich mein Monster-Schreibprojekt erstmal bei Seite gelegt und schreibe eine kleine weihnachtliche Geschichte über einen Pegasus und eine Akademie. Vielleicht ein bisschen sehr Harry Potter-lastig, aber mir macht es Spaß. Auch wenn ich bisher erst etwas über 13.000 Worte geschrieben habe.

Daher will ich meine Krankheitstage dazu nutzen, ein paar Lesetage einzufügen und ein bisschen zu Bloggen.
Meine Jahres-Statistik fehlt auch noch. Daran werde ich mich wohl auch später noch setzen. Aber erstmal mag ich ein bisschen lesen.
Start: Seite 51

Update 1:

Zur Zeit sitze ich an Mark Helprins "Wintermärchen" ein Bestseller von 1983 mit der entsprechenden Film-Cover-Ausgabe.
Meine Winterlektüre. Bisher habe ich erst 51 Seiten gelesen und finde alles bemerkenswert merkwürdig. Ich bin mal gespannt, wie es weiter gehen wird. Die Beschreibungen sind auf jeden Fall nach meinem Geschmack bisher.

Heute morgen habe ich so weit wie möglich ausgeschlafen, in der Hoffnung etwas fitter zu werden, dann gabs gekochtes Ei auf Toast und ein gemeinsames Frühstück mit meinem Kerl und jetzt ist schon Mittag und Lesezeit.

Update 2: 14:17 Uhr

Jetzt nach knapp 100 Seiten weiß ich immer noch nichts Neues über das Buch. Mir ist noch nicht mal klar, um welches Genre es sich dabei handelt. Ist es ein wirrer Gesellschaftsroman mit Fantasyeinflüssen, oder eine Art abgedrehter Dystopie?. Oder meint der Autor das alles ernst (was ich mir kaum vorstellen kann)
Im Grunde ist es eine Puzzle-Geschichte mit einem durchaus poetisch/träumerischen Stil, der immer wieder durchbrochen wird von kalter Dekadenz.
Das Setting ist auf jeden Fall beeinflusst durch die Erfahrungen mit dem kalten Krieg und bisher fasziniert mich vor allem die Mischung aus winterlich/geheimnisvoller Beschreibung und den grausamen Missständen, die herrschen. Die Teilweise durch die Naivität des jungen Protagonisten wie Nebensächlichkeiten behandelt werden.
Worauf das ganze hinaus laufen soll ist unklar. Einziger Anhaltspunkt ist der Klappentext. Im Moment lese ich gleichzeitig mit einem Kopfschütteln und einer morbiden Neugierde.
Das Buch ist dabei eng und klein bedruckt mit wenig Rand. Ich werde eeeewig daran sitzen.

Das letzte Mal dass ich mich so beim Lesen gefühlt habe, war bei den Büchern "Melodien" von Helmut Krausser und bei "Seidentanz".


Update 3: 15:19 Uhr

Ich bin jetzt auf Seite 125 und wieder in der Gegenwart des Buches angekommen. Viele Neues habe ich nicht zu sagen, außer, dass ich ein bisschen Pause brauche.
Ein Teil des Weihnachtsgeschenkes für meinen Kerl ist noch nicht fertig und da werde ich mich jetzt dran setzen.
Im Grunde bekommt er zusätzlich zu einem deluxe Blue Ray Player mit 3D Funktion und Schnörkel noch eine auf alt getrimmte Taschenuhr.
Da wir zusammen "Warehouse 13" geguckt haben und dabei eine sehr schöne Zeit verbracht haben, bekommt ein ein "Echtheitszertifikat" über dieses "Artefakt" von mir. Mit Feder und Tinte handgeschrieben.
Das Papier wird dann noch ein wenig behandelt und das gibts dann beides noch so als winziges Gimmick hinzu.


Letztes Update: 21:17 Uhr

Das Geschenk ist so gut wie fertig. Ansonsten haben wir noch lecker zu Abend gegessen, ich habe ausgiebig geduscht, in der Hoffnung, dass das meine Bronchen gut tun wird und dann haben wir noch ein wenig "Battlestar Galactica" auf DVD geguckt.
Im Moment sind wir in der zweiten Staffel und es wird alles düsterer und spitzt sich zu. Auch wenn ich die Serie bereits schon mal gesehen habe, ist es durchaus eine Weile her und ein Re-Watch ist klasse. Wie viele Sachen einem beim zweiten Gucken auffallen. Und es ist immer noch spannend.
Also trotz Krankheit bin ich zufrieden mit meinem Tag.
Gelesen habe ich allerdings nicht mehr allzu viel.
Ich bin noch bis Seite 141 gekommen und der Charakter mit dem Namen Beverly wurde eingeführt. Und die Szenen und ihre (fiebrigen) Gedanken sind so grotesk schön, dass es mir eine Freude war die wenigen Seiten zu lesen. So langsam findet das Buch sprachlich den Punkt, den ich mir erhofft hatte.

"Beverly vermeinte den Winter zu sehen. Auf Lichtbündeln, die von den glänzenden Linsen des optischen Gerätes wie schimmernde Lanzen aufzuckten, ritt er durch den Raum, hinüber zum Feuer, zum spiegelnden Glas der Fenster und schließlich zum Blau ihrer eigenen Augen."
Seite. 124

Ja, das Mädchen ist krank und ist daher manchmal nicht so ganz bei der Sache, aber sprachlich sehr bildhaft und berührend:

"Es gab keine schönere Kathedrale, keinen wohlklingenderen Chor als die Sterne, die aus der schweigenden Nacht herab zu all den vielen Schwindsüchtigen sprachen, jener stillen Legion von Verdammten, die irgendwo, von den anderen Menschen unbeachtet, in der Finsternis auf den Dächern ihrer Häuser standen und zum Himmel aufblickten."
Seite 135

Für heute bin ich fertig mit lesen. Sehen wir, wie es morgen weiter geht. Mit Peter, dem weißen Hengst und der kranken Beverly und dem Winter über einer missachteten Welt.

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