Dienstag, 21. Oktober 2014

Rezension: Rache – Der verwaiste Thron 3 von Claudia Kern

Rache
Claudia Kern
Blanvalet (10. August 2009)
Broschiert
ISBN: 978-3442244225
384 Seiten
13 Euro

Kurzbeschreibung:

Es herrscht Krieg! Und während die Armeen der Nachtschatten und der Menschen sich gegenseitig vernichten, kehren die Vergangenen zurück. Das Wiedererstarken der Magie hat auch diesem uralten Volk neue Macht verliehen. Von Nachtschatten und Menschen gleichermaßen gejagt, flüchtet Ana in ihre Heimat Somerstorm. Sie ahnt nicht, dass ihr ehemaliger Leibwächter Jonan ebenfalls auf dem Weg nach Norden ist. Und auch die Vergangenen sind ihr auf den Fersen – denn in Somerstorm liegt der Schlüssel zum Geheimnis ihres Daseins

Allgemeines:

Es ist schon viel zu lange her, dass ich die voran gegangenen Teile gelesen habe. Ich konnte mich so gut wie an nichts erinnern. Ich hatte eine vage Ahnung wer die Charaktere waren und konnte mich auch noch teilweise an einige mysteriöse Geschehnisse erinnern, aber ansonsten war mir die Welt ziemlich fremd.
Das ist normalerweise kein gutes Zeichen.

„Nichts! Ihre Welt war Magie. Nichts wurde in ihr erschaffen, nichts geboren. Nichts wuchs, nichts starb, nichts lebte. Die Welt war ein kaltes Ding, nicht tot, nicht lebendig, nur da.“ Seite 279f

Charaktere:

Ich weiß noch, dass mir im zweiten Teil Ana, die Protagonistin, so ziemlich den letzten Nerv geraubt hat. Sie war zickig, hochmütig und immer nur auf sich selbst bedacht. In Rache fand ich sie dann doch nicht mehr ganz so schlimm. Oder ich war von all den wilden, schnellen Szenenwechseln so emotional distanziert, dass es mir egal war.

Jonan, ihren nahezu ständigen Begleiter habe ich dagegen sehr geliebt.
Er barg ein Geheimnis und er war natürlich gutaussehend, stark und leidenschaftlich. Man muss ihn einfach lieben. In Rache entwickelt er sich leider nicht mehr wirklich weiter. 
Genauso wie sich auch alle anderen Charaktere nicht mehr wirklich entwickeln. Gerit war natürlich irgendwie immer noch sympathisch und auch Korvellan und Craymorus kann ich jetzt nicht verurteilen, aber Schwarzklaue war im Endeffekt vollkommen unwichtig, ebenso wie die Meister und die Magier und selbst die bösen bösen Antagonisten waren bloß blasse Schatten, die im Grunde keine Daseinsberechtigung gehabt haben.

„Die meisten wirkten jung, waren wohl in den Kellern geboren. Der Wahnsinn war ihre Mutter und ihr Vater gewesen, dort unten in der sprachlosen Dunkelheit. Sie wussten nicht, was eine Waffe war, ebenso wenig wie Sonnenlicht.“ Seite 145

Struktur:

Ich hatte generell das Gefühl, dass die Trilogie jetzt auf Biegen und Brechen beendet werden sollte. Die Szenen waren kurz, viel zu schnell abgehandelt, die Völker werden nur kurz angeschnitten. Details beschränken sich auf Beschreibungen und ansonsten blieb das Geschehen eher flach und mit wenig Atmosphäre.

Das Ende war ein Hohn für den Leser. Spannung kam überhaupt keine auf, Erklärungen blieben vage bis inexistent. Charakterliche Interaktion beschränkt sich auf kurze Geplänkel, und der Schluss war mehr oder weniger offen, unbefriedigend und wirkte lieblos dahin geklatscht.

„Syrah war in die Vergangenheit geflohen, hatte zugelassen, dass die Gegenwart sie vergaß und die Zukunft keinen Platz mehr für sie hatte.“ Seite  98
Dennoch ist es sprachlich schön, man kann es in einem Rutsch lesen und das Cover ist wunderbar anzusehen.
Schade ist es gerade deswegen, weil die Welt, die Völker, die Kulturen und der Hauptkonflikt wirklich großes Potential gehabt hätten, wenn man der Geschichte mehr Zeit gegeben hätte zu reifen und den Figuren mehr Zeit sich zu entwickeln. Alles etwas ruhiger, länger und mit mehr Details, dann hätte es eine wirklich epische Reihe werden können.



Fazit:


Ich weiß nicht, ob ich mich als Leser weiter entwickelt habe und deswegen keine so rechte Freude an dem Buch empfinden konnte. Ich denke vor einigen Jahren hätte mir das Buch so richtig richtig gut gefallen. Trotz der Beschreibung von Gewalt, Krieg und Blut, empfehle ich das Buch doch eher Jugendlichen. 

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