Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: Herrscher des Throns – Die Legenden von Hythria 3 von Jennifer Fallon

Herrscher des Throns
Jennifer Fallon
Heyne (2. Mai 2007)
ISBN: 978-3453532502
Originaltitel: Warlord – Hythrun Chronicles 3
Taschenbuch
800 Seiten

Kurzbeschreibung:

„Während des Nachbarreich einen gewaltigen Feldzug gegen das Großfürstentum Hythria und seine ebenso schöne wie kluge Herrscherin plant, ist Marla Wulfskling von einem einzigen Gedanken getrieben: Sie will Rache an der grausamen Zauberin Alija nehmen, durch die sie zwei enge Verbündete verlor. Doch Marla ahnt nicht, dass sie einen noch gefährlicheren Gegner im Kampf um den Thron hat.“

Allgemeines:

Dies ist der Abschluss der Trilogie um die Legenden von Hythria. Es ist nicht nur ein würdiges Ende dieser Geschichte, sondern auch noch der beste Band der Reihe.

Ich hatte absolut keine Probleme damit mich wieder in die Geschichte einzufinden, auch wenn es bereits einige Zeit her ist, dass ich die Vorgänger gelesen habe. Ich hatte keine Figur und keinen Hintergrund vergessen und war froh wieder in diese Welt eintauchen zu können.

Charaktere:

Die sehr komplexe Geschichte wird aus der Sicht vieler Figuren erzählt und jeder Charakter ist für sich genommen, einnehmend, interessant, vielschichtig und tiefgehend. Ich habe Schwierigkeiten damit, welchen Erzählstrang mir letztendlich am besten gefallen hat.

Seite 567
Ich mag sie alle. Ich mag die Entwicklung von Starros, der notgedrungener Maßen zum Dieb werden muss. Ich mag den klugen, gut aussehenden nahezu perfekten Helden Damin. Ich mag Marla, die sich als Frau so gut behauptet und die jegliche A-Sympathien aus dem ersten Band verloren hat. 
Ich mag Kalan und Rorin, die sich innerhalb der Magierkaste so wunderbar schlagen, aber auch die starke Vorreiterin Tejay und alle mehr oder weniger wichtigen Figuren. Denn sie alle tragen einen Großteil zum Funktionieren der Geschichte bei.

Auch der Romantik-Anteil, der ja durchaus klein gehalten wird, hat mich bei einigen Szenen rund um Kalan und Wrayan durchaus schaudern lassen. Weil ich beide so gut verstehen konnte und es einfach irgendwie trotzdem traurig gewesen ist.

„Ihre Augen glänzten vor ungeweinten Tränen, als der logisch denkende Teil von ihr begriff, was Wrayan ihr sagen wollte, während ihr Herz bei seiner Berührung in unzählige kleine Stücke zerbrach. ‚So ist das also? Ich kann dich niemals lieben, Kalan, also lass uns Freunde sein?‘“ Seite 268

Die Antagonistin Alija bekleckert sich dieses Mal jedoch nicht mehr besonders mit Ruhm. Sie bringt noch ein klein wenig Gefahr in die ganze Sache, wirkt aber deutlich weniger kreativ, in die Ecke gedrängt, wie ein verwundetes Tier und zeitweise in ihren Handlungen richtig naiv. Dennoch... kein Mitleid von meiner Seite. Sie hat verdient, was sie bekommt und ich war absolut und unwiederbringlich auf Wrayans Seite.

Welt, Magie und Handlung:

Egal, ob es um den drohenden (und letztendlich tatsächlich ausbrechenden) Krieg zwischen Hythria und den Fardohnjern geht, oder um die Intrigen bei Hof, oder um Brakandaran, das Halbblut, der sich niemals auf eine bestimmte Seite schlägt… alle Erzählebenen sind gut durchdacht und sehr spannend gestaltet.

Die Interaktion der Figuren ist glaubwürdig und mitreißend und am Ende des Buches laufen alle begonnen Stränge zufriedenstellend zusammen und selbst für jede kleine Nebenhandlung gibt es einen besonderen Abschluss.

Karte und Inhalzsverzeichnis

Die Welt ist eine weitesgehend „natürliche“ Fantasywelt, die durch ihre Götter, die Dämonen (die ich in diesem Band ein wenig vermisst habe) und ihre Kultur zu etwas ganz Besonderem wird. Ich hätte ebenso ewig etwas über die verschiedenen Zünfte und Gilden lesen können. Wenn ich mit bestimmen dürfte, was Fallon aus nächstes schreibt, müsste sie in die Welt rund um Hythria zurück kehren und viele Geschichten über Diebe und Meuchler und ähnlichem schreiben.

Die eigentliche, wirkliche Magie der Welt, die der Harshini, war im Gegensatz zu all den anderen fantastischen Elementen gar nicht mal so besonders und für mich auch gar nicht so vordergründig interessant.

Der Krieg geriet für mich nahezu zur Nebensache, weil ich die politischen Intrigen drum herum fast interessanter fand, als den Ausgang der Schlacht. Es wirkt alle irgendwann sehr verwickelt und ist daher umso spannender zu lesen.

„Mitleid ist etwas, das man sich erst leisten kann, wenn man vorher unbarmherzig war […]“ Seite 758

Am Ende gab es sogar noch einige (nicht unbedingt unerwartete) Szenen, die emotional waren und beunruhigend und mitreißend und die mich noch eine ganze Weile beschäftigt haben.

Fazit:


Ich liebe diese Trilogie und ich liebe diesen Abschlussband. Und ich bin sehr froh, dass ich die Dämonenkind-Trilogie bereits im Regal habe und direkt im Anschluss lesen kann. Die Reihe spielt 2 Jahre nach den Legenden in einem anderen Teil der Welt, lässt einen aber immer wieder auf die Charaktere Hythrias treffen. 

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