Dienstag, 9. September 2014

Rezension: Herrscher des Lichts – Mistborn 3 von Brandon Sanderson

Herrscher des Lichts
Brandon Sanderson
Heyne (6. April 2010)
Taschenbuch
ISBN: 978-3453523388
Originaltitel: The Hero of Ages – Mistborn 3
992 Seiten
15 Euro


Ein sehr mutiges und perfekt gelungenes Ende der Trilogie. Das Buch lässt mich sprachlos zurück.


Kurzbeschreibung:
"Elants Volk stirbt. Asche und Nebel machen den Anbau von Nahrungsmitteln unmöglich.  Sowohl Skaa als auch
Adlige hungern und nicht nur das: Der Nebel birgt eine neue Gefahr, einige Menschen, die des Nachts auf die Straßen gehen werden krank, manche leben, manche sterben.
Ruin, die dunkle Macht, die freigelassen wurde, scheint immer stärker und mächtiger zu werden. Elant und seine Gefährten müssen alles daran setzen, ihr brüchiges Volk zusammen zu halten und sich den Mächten der Finsternis zu stellen. Doch ihre Situation erscheint ausweglos."

Ich habe das Buch schon vor einigen Tagen beendet, aber ich habe wirklich einige Zeit gebraucht, bis ich auch nur annähernd das Gefühl hatte, die richtigen Worte finden zu können. Mit dem Ende dieser Trilogie hat sich Sanderson gerade an die Spitze meiner Lieblings-Fantasy-Autoren gesetzt.

Das Buch war insgesamt nicht nur – wie immer irgendwie – ausgereift, mit einer absolut stimmigen innere Logik, einem ausgeprägten Sense of Believe und Charakteren, die eine enorme Entwicklung durchmachen, ohne das es unglaubwürdig wird und mit einer Welt und einem Magiesystem, die beide wahnsinnig komplex und innovativ sind – nein es war einfach auch wahnsinnig mutig.

An dieser Stelle will ich nicht zu sehr vorweggreifen, was geschieht, nur so viel, dass er einen Weg einschlägt mit seinen beiden Hauptprotagonisten, der sehr schnell auch daneben gehen kann. Aber er meistert dieses Spiel der Balance. Nicht nur ihre Entwicklung – bei der man schnell und vor allem vorschnell den Vorwurf einer Mary Sue anbringen kann – sondern auch der Abschluss ihrer Entwicklung. Was ist übertrieben und wie meistert man es, das es eben am Ende schlüssig wirkt. Wer das wissen will, kann ja das Buch lesen. Sanderson macht es vor und er beherrscht es.

Aber auch seine Nebencharaktere – bzw. sollte ich sagen, vermeintlichen Nebencharaktere – haben eine eigene, sich durch und durch entwickelnde Persönlichkeit und so manch einer – auch einige für die ich es mir gewünscht habe – werden später noch so richtig wichtig und bekommen ihre eigene ganz außergewöhnliche  Geschichte im Weltengeschehen.

Generell greift Sanderson einige Details und Ereignisse, der ersten beiden Bände auf, die ich schon wieder halb vergessen oder nicht für wichtig erachtet hatte. Stückchen für Stückchen entschlüsselt er seine Rätsel und plötzlich setzt sich alles wie ein Puzzle zusammen und offenbart ganz langsam irgendwann das Gesamtbild. Je klarer das Bild wurde und je besser sich alles ineinander fügte, desto häufiger hatte ich Gänsehaut auf Grund dieser Genialität.

Er bringt alle Erzählstränge zusammen, klärt offene Fragen und rundet seine gesamte Geschichte um den Helden aller Zeiten ab. Gut, teilweise lässt er einige Geheimnisse ungeklärt, zum Beispiel wird nie klar welches das 15. Und 16. Metall ist und wie sie wirken, aber auch das passt sehr gut. Es wurde auch nicht einfach nur vergessen, sondern Sanderson lässt diese Frage mit Absicht offen.

Am Ende musste ich sogar einige Tränen vergießen, vor allem aus Rührung.
Die Atmosphäre der Verzweiflung und Hilflosigkeit und drückenden Schwere in der Mitte des Buches bringt er genauso perfekt hervor, wie das Gefühl von Erleichterung, Melancholie und einer gewissen Ehre im späteren Verlauf. Und es zeichnet einen Autor aus, dass er jede Emotion hervorrufen kann.
Der etwas langsame, sich wiederholende und gediegene Schreibstil, gerade am Anfang passt perfekt zu der Stimmung, die gezeigt werden soll, genauso auch der immer hektischere, schneller werdende Stil am Ende, der perfekt zu den sich überschlagenden Ereignissen passt.

Fazit:


Ich war absolut geflashed, hatte mit vielen Dingen nicht gerechnet, bin überwältigt und begeistert. Eine richtig runde Trilogie, mit einem der besten Magiesystheme die ich je gesehen (gelesen) habe und einer Welt, die es auf diese Weise vorher bisher nicht gab. Perfekt!

1 Kommentar:

  1. Jajaaa, genauso habe ich mich nach Beenden des Buches auch gefühlt :))
    Hoffentlich gefallen dir die Sturmlicht-Chroniken!!

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