Dienstag, 8. April 2014

Rezension: Ein gutes Omen von Terry Pratchett und Neil Gaiman

Ein gutes Omen
Terry Pratchett und Neil Gaiman
Piper – Mai 2005
Taschenbuch
ISBN: 978 3492285056
Originaltitel: Good Omens
464 Seiten
10,99 Euro

Kurzbeschreibung:

Der Weltuntergang steht kurz bevor, der Antichrist wird geboren und die vier apokalyptischen Reiter machen sich auf den Weg. Und in all dem Trubel sollen der Engel Erziraphael und der Dämon Crowley den Antichristen dazu bringen den Weltuntergang einzuleiten. Doch beide haben auf ihre ganz besondere Weise die Welt und die Lebensweise der Menschen zu schätzen gelernt und irgendwie wollen beide auch nicht so richtig, dass die Welt untergeht. Ein Engel und ein Dämon tun sich zusammen und erleben gemeinsam mit vielen anderen Figuren aller Hand Abenteuer rund um den Weltuntergang.

Allgemeines:

In letzter Zeit lese ich wohl häufiger „schräge“ Literatur und ich habe ja auch in der Vergangenheit schon einiges von Terry Pratchett gelesen, aber auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, weil es das Lieblingsbuch meines Vorgesetzten ist. Er hat es sicher schon 20 Mal in seinem Leben gelesen und daher wurde es nun auch Zeit für mich, es mir zu leihen und es zu lesen.

Meinung:

Terry Pratchetts Handschrift ist klar erkennbar, auch wenn es sich bei dem vorliegenden Roman nicht um einen seiner bekannten Scheibenwelt Romane handelt. Sowohl die Schreibweise, als auch die Figuren (und gerade ihre Namen) zeigen sehr deutlich, dass der Herr Pratchett da seine Finger mit im Spiel gehabt hat.
Auch einige Figuren finden Erwähnung sowohl in den Scheibenweltromanen, als auch in „Ein gutes Omen“. Vor allem hervor zu heben sind hier die vier apokalyptischen Reiter Krieg, Hunger, Tod und Umweltverschmutzung (Die Pest ist Anfang des 20. Jahrhunderts in Rente gegangen). Gerade die Art und Weise wie die beiden Autoren die Vier personifiziert haben ist schon das Lesen wert.

Aber auch der manchmal leicht naive Erziraphael und der opportunistische Dämon Crowley sind einfach wunderbare Charaktere und machen das Lesen doppelt so angenehm. Beide entsprechen nicht gerade den Prototypen ihrer jeweiligen Welt, aber auch dieser Umstand und ihre jeweils ganz eigene Betrachtung der Handlung der Menschen, macht sie liebenswert.

Die Storyline ist etwas zerstückelt, weil wirklich sehr sehr viele Figuren vorkommen, die alle eine mehr oder weniger tragende Rolle spielen. Aber jede der Figuren, egal wie knapp die Zeit zum Agieren ist, hat ein eigenes Gesicht, spricht mein Humorzentrum an und ist kaum zu verwechseln. Zu Beginn sind die vielen Sprünge in der Perspektive vielleicht etwas ermüdend, aber gegen Mitte des Buches, werden einige Handlungsstränge zusammen geführt, die Figuren lernen sich kennen und interagieren und hier (wenn auch vorher schon) beginnt das Buch richtig richtig viel Spaß zu machen.

Gegen Ende gelingt es den Autoren tatsächlich den Spannungsbogen so richtig heftig werden zu lassen. So dass man mit einigen Figuren wirklich mitfiebert und natürlich irgendwie auch mit der ganzen Welt. Und einige der Figuren machen Veränderungen durch und sind wandelbarer als zunächst gedacht.
Ich bin sehr begeistert von dem Buch. Das Ende gestaltet sich in etwa so, wie ich es mir gewünscht hätte – selbst kleinere Fragen werden geklärt.

Manche Themen wirken trotz ihrer überspitzen Darstellung tatsächlich philosophisch und wer will wird sicher einige Ansatzpunkte finden, über die es sich nachzudenken lohnt. Es ist also nicht nur eine Lektüre, die aus lauter Quatsch und Albernheiten besteht, sondern auch eine durchaus kluge Lektüre, die einige Fragen aufwirft und eine ganz besondere Einstellung zu Begriffen wie „Gut, Böse oder Menschlichkeit“ hat.

Fazit:


Schräg, bunt, alternativ, philosophisch, voller Humor. Tolle, wandelbare Charaktere. Ich bin rundum zufrieden. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen