Mittwoch, 26. März 2014

[Im Portrait]: Das Slamperium schlägt zurück – Eine Nerdslam-Anthologie – Hrsg. David Grasshoff

177 Seiten
Lektora Verlag (März 2014)
ISBN: 978-3954610174

13,90 Euro

Kurzbeschreibung:

Diese Sammlung von Texten enthält die unterschiedlichsten Beiträge in Form von Poetry-Slam-Werken, die zwar alle einen sehr individuellen Stil aufweisen, aber alle auf die eine oder andere Weise mit dem Thema des Nerd-Seins verknüpft sind.
Und da ist es egal, ob es sich dabei um Computer(-Spiele), Rollenspiel in Form von Pen and Paper oder Sogar das Sammeln von Fischen handelt.
Die Sammlung enthält unter anderem ein Vorwort des Bochumer Comedian Hennes Bender und Texte von Autoren wie zum Beispiel David Grasshoff, dem Herausgeber selbst, und über 20 anderen Autoren aus den verschiedensten Bereichen.

Meinung:

Natürlich wäre es fair, die Texte alle einzeln zu rezensieren, denn wie ich schon gesagt habe, sind Stil und Inhalt sehr variierend. Und wenn ich den Gesamteindruck eines Buches wieder gebe, dann zieht einer wohl oder übel immer den Kürzeren, ein anderer wird dabei aber über Wert gehandelt. Deshalb möchte ich keine ausführliche Rezension zu dem Buch schreiben.

Alles in Allem, müsste ich Punkte vergeben, würde ich durchschnittliche drei Punkte verteilen. Denn fast alle Texte haben mich nicht überzeugt. Müsste ich einige Texte heraussuchen, die mich wirklich angesprochen haben, würde ich den bereits oben erwähnten Text über Fische „Der Wels in der Brandung“ von Sascha Thamm nennen und „Endstation“ von David Grasshoff (auch wenn ich den Text bereits in vorgetragener Version kannte) – denn der Fisch-Text hat mich zum Lachen gebracht und hob sich deutlich von den „Standartthemen“ der Nerdszene ab und „Endstation“ ist so zynisch und klug, dass er bei mir genau einen Nerv trifft.

Bemerkenswert an der Sache ist, dass beide Texte nicht in diesem - nennen wir es – typischen Slamstil geschrieben sind, der mir sonst so sehr zusagt. Aber ich denke, die fehlende Wirkung einiger Texte muss man auch damit begründen, dass sie nur in schriftlicher Form vorliegen und möglicherweise auf einer Bühne, vorgetragen, besser zur Geltung kommen könnten.

Fabian Navarro muss aber ebenfalls erwähnt werden, (diesmal tatsächlich keine Prosa), da er nicht nur inhaltlich das Thema des Nerds aufgreift, sondern sich einer „Erzählweise“ bedient, die dem ein oder anderen durchaus geläufig sein sollte. „Das interaktive Abenteuer“ – bei dem dem Leser mehrere Möglichkeiten angeboten werden und man je nach Entscheidung auf unterschiedlichen Seiten weiter lesen muss. Fabian Navarro ist mit mehreren Texten vertreten, die diesem Aufbau folgen. Allein diese Idee ist durchaus beeindruckend einfach.

Aber alle anderen Texte siedeln sich in meinen Augen eher im Bereich Durchschnitt – bis Eher-nicht-so-gut an und daher bekommt das Buch von mir nur 3 Punkte. Aber wie gesagt – nicht vergessen, dass solche Texte oft in vorgelesener Version durchaus gewinnen können.


Der Aufbau und die Aufmachung des Buches sind ja soweit in Ordnung, das Vorwort von Hennes Bender durchaus passend und unterhaltsam und das Cover ist zutreffend, wenn es auch nicht meinen Geschmack trifft. Das einzige, was mich ein wenig gestört hat ist die harte Bindung, es ist kaum möglich das Buch zu lesen, ohne den Rücken zu zerstören.  

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