Freitag, 21. Februar 2014

Rezension: Krieger des Feuers – Mistborn 2 von Brandon Sanderson

Krieger des Feuers

Brandon Sanderson
Heyne (4. Januar 2010)
ISBN: 978-3453523371
Originaltitel: The well of Ascension / The Finale Empire 2
Taschenbuch
15 Euro
992 Seiten

Klappentext:

„Weiße Nebel verhüllen die Welt, und Asche regnet vom Himmel. Lange Zeit regierte der Oberste Herrscher über das versklavte Volk der Skaa, bis eine Schar Rebellen, „Nebelgeborene“ mit den magischen Kräften der Metalle, den Tyrannen gestürzt und die Skaa befreit haben. Doch mit dem Tod des Obersten Herrschers regt sich ein noch dunkleres und älteres Grauen in den Nebeln der Welt.“

Kurzbeschreibung:

Der Oberste Herrscher ist tot und Elant versucht alles um Luthadel und sein Volk zu schützen, doch ihm werden immer wieder Steine in den Weg gelegt. Auch andere streben nach der Macht und vor den Toren stehen die Armeen seiner Feinde und warten darauf Luthadel einzunehmen. Elant, Vin und ihre Freunde versuchen alles um das Neue Reich zu schützen.

Allgemeines:

Mit diesem zweiten Teil der Mistborn-Reihe liegt definitiv ein typischer Brandon Sanderson vor. Eine Geschichte in sich stimmig, mit wunderbar ausgearbeiteten Charakteren, einer außergewöhnlich neuartigen Hintergrundwelt und einem wahnsinnig innovativen Magiesystem. Eine gelungene Waage zwischen Action und Politik, Emotion und Charakterspiel. Ohne Längen oder größeren Logikfehlern. 
Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, konnte mich mitreißen und ist eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes.
Man sollte hervor heben, dass sich „Krieger des Feuers“ nicht in die typische Tradition von „Mittelbänden“ in Trilogien einreiht, sondern ganz im Gegenteil, den ersten Teil bisher sehr gut ergänzt, Geheimnisse lüftet und gleichzeitig neue Fragen aufwirft, ohne dabei künstlich aufgebläht zu wirken.
Im Grunde habe ich also nur wenig zu meckern, bzw. einige wenige Kritikpunkte anzubringen.

Die Charaktere:

Wie oben bereits angesprochen, mag ich die meisten Charaktere, wie gesagt, sehr gerne. Gerade Kelsiers ehemalige Mannschaft besteht aus so vielen unterschiedlichen und sehr ambivalenten Charakteren, alle behaftet mit Stärken und Schwächen, glaubhaft dargestellt und werten das Buch so sehr auf, dass man sie einfach gern haben muss.

Auch Vin scheint trotz ihrer wahnsinnigen Fähigkeiten, die von Seite zu Seite nur stärker werden, kein unglaublicher Übermensch zu sein. Keine Mary Sue im eigentlichen Sinne. Dafür hat sie zu viele Ecken und Kanten, zu viele Eigenschaften, die nicht zur strahlenden Heldin passen und wirkt mit ihrem Misstrauen, ihren Zweifeln, ihren Hoffnungen und Gedanken auf den Leser wie eine sehr gute Identifikationsfigur.

Nebenfiguren haben ebenfalls Persönlichkeit und sind nur selten austauschbar. Die Antagonisten sind nicht einfach nur böse, weil sie böse sind, sondern haben ihre Gründe und ihre Vorstellungen. Gerade darin zeigt sich, dass der Autor einfach ein Meister seines Fachs ist.

Umso trauriger macht mich, dass er einen Charakter erschaffen hat, den ich aus tiefster Seele hasse und dessen Persönlichkeit in mir nur Abscheu weckt. Elant ist einfach ein so ekelhafter Strahlemann/Überguter Held mit einer so dermaßen großen Portion an Gutmenschentum, dass ich ihn schon wieder arrogant, schleimig und aufgesetzt finde. Seine anfängliche Unsicherheit war ja noch verständlich, und seine Entwicklung erfolgte nicht von jetzt auf gleich, aber später wirkt er einfach nur noch perfekt. Er hat Verständnis für Alles, macht keine Fehler, der geborene Herrscher, emotional, vertrauenswürdig, stark – absolut unglaubwürdig.

Und am Ende erlaubt sich Brandon Sanderson eine gewichtige Sache, Elant betreffend, die er sich besser hätte sparen sollen. Ich möchte sie nicht erwähnen, der Spoiler wäre zu deftig. Aber somit verliert Elant als Figur in meinen Augen jede Form von Authentizität, jegliche Chance als Identifikationsfigur zu dienen und jede Form des Konflikts in diese Richtung wurde nichtig gemacht. Ein grober Schnitzer. Einfach ein grober, grober Schnitzer, der mich ärgert und der mir die Lust auf den dritten Teil ein wenig vergällt hat.

Weltenerschaffung:

Die Welt, die Sanderson erschaffen hat ist in seiner Schlichtheit dagegen ungleich detaillierter und glaubwürdiger. So verrückt das auch klingt, er scheint in Schwarz-Weiß zu schreiben oder in Sepia-Tönen. Eine düstere Endzeit-Welt, aus Asche und Staub und verdorrten Pflanzen. Neblig, dunkel, gefährlich. Ich kann das Elend, die Bedrückung der Menschen, ihre Angst und ihr Misstrauen beim Lesen quasi auf der Zunge schmecken.

Es ist ebenfalls sehr spannend auch die verschiedenen Völker, die er erschaffen hat, gerade die Kandra und die Bewahrer aus Terris zu erforschen und immer mehr von ihnen zu lernen. In Krieger des Feuers lag der Fokus vor allem auf Saze und dem Kandra, der Vin begleitet. Von beiden erfährt man immer mehr über ihre Traditionen, ihren Glauben, ihre Politik und ihre Kultur und so unterschiedlich diese auch sind, so spannend ist es darüber zu lesen.

Fazit:


Ein sehr gutes Buch und Brandon Sanderson hat definitiv die Chance auf meinen „Thron der besten Fantasy-Autoren“, denn er beherrscht sein Handwerk, ist kreativ, entwickelt wunderbar erfrischende Charaktere, eine glaubwürdige Welt und sehr unterschiedliche Völker und Rassen. Ich bin trotz einiger Schwäche sehr begeistert von diesem Buch und kann bisher die Reihe nur empfehlen. 

1 Kommentar:

  1. Das hört sich doch super an! Ich hab von ihm noch einige Bücher auf meinem SuB, kam nur bisher noch nicht dazu auch nur eins zu lesen. Ich sehe schon, das muss ich unbedingt ändern! Schönes Fazit. :)

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