Montag, 7. Oktober 2013

Rezension zu Ritter des Throns - Die Chroniken von Hythria 2 von Jennifer Fallon

Jennifer Fallon
Ritter des Throns
Heyne Verlag (Januar 2007)

Broschiert
Originaltitel: Warrior
ISBN: 978-3453532496
784 Seiten
Preis: Zur Zeit nur gebraucht zu erhalten

Statement:

Dieses Buch ist meiner Ansicht nach noch großartiger, als der erste Teil. Dennoch musste ich das Buch für eine Leserunde kurz zur Seite legen. Aber noch bevor ich das Leserunden Buch beendet habe, musste ich die Ritter dann doch zu Ende lesen. Denn ab 3/4 des Buches habe ich mich wirklich nicht mehr losreißen können und MUSSTE es unbedingt beenden.

Kurzbeschreibung:
"Mit Mut und Klugheit ist es Marla gelungen, das Reich Hythria zu einen und zur wahren Herrscherin hinter dem Thron aufzusteigen. Doch die mächtige Zauberin Alija schmiedet Pläne gegen die junge Frau, und sie kennt Marlas empfindlichste Stelle – ihr kleiner Sohn Damin Wulfskling."

Inhalt/Charaktere:

 Der Klappentext ist etwas unglücklich gewählt, da er die Erwartungen des geneigten Lesers in eine falsche Richtung lenkt. Denn Marla oder ihre Fehde mit Alija steht gar nicht im Vordergrund. Natürlich gibt es in diesem Buch auch wieder Geschehnisse die aus diesem alten Konflikt resultieren, aber im Grunde liegt das Hauptaugenmerk viel stärker auf den unterschiedlichen Charakteren, deren individueller Geschichte und den Auswirkungen auf die Politik der Welt - nicht nur des Landes.

Aber genau das macht das Buch umso lesenswerter. Der erste Band "Erbin des Throns" war schon schreibtechnisch ein Meisterwerk für sich, aber dieses Buch toppt seinen Vorgänger in meinen Augen um Längen.
Das Hauptaugenmerk liegt zwar immer noch in Marlas Familie, aber ihr Konflikt mit Alija rückt grob in den Hintergrund. Marlas (Zieh-)Kinder sind zu Beginn des Buches schon etwas älter geworden, aber noch Kinder. Fallon schafft es jedem der Kinder einen eigenen Charakter und eine eindrückliche Persönlichkeit zu geben, ohne ausschließlich in Klishees abzufriften (einige Klishees dürfen aber schon sein) Somit ebnet die Autorin ihren Figuren den weiteren Weg für die Zukunft. Viele Dinge sind vorhersehbar, aber dennoch interessant geschildert und wissen zwischendurch mit wirklich rührenden Momenten zu glänzen. Hier gilt: "Der Weg ist das Ziel".
Andere Dinge dagegen sind absolut nicht vorherzusehen, unter anderem Elezaars weitere Geschichte oder Brakandarans Handlungen. An manchen Stellen habe ich schon groß geguckt.

Später sind Marlas Kinder dann erwachsen und ihre Geschichte wird für den Leser fortgeführt. Hier sieht man dann einige Ahnungen bestätigt und einige Überraschungen die auf einen zukommen.

Setting/Art:

Dennoch muss man sich als Leser darüber im Klaren sein, dass es sich bei diesem Fantasybuch nicht um einen Roman mit viel pompöser Magie, haufenweise mysteriöser Kreaturen oder sehr dem Leser nahegehenden Geschichten handelt, sondern, dass wir hier von einem Roman sprechen, der sich vor allem um Intrigen, politische Geschicke, Krieg und Frieden und dem Ränkespiel mächtiger Figuren dreht. Der erste Band der Trilogie war da doch etwas "magischer" angehaucht, würde ich sogar behaupten.
Die wenige Magie, die in diesem zweiten Band angesprochen wird ist nebensächlich und spielt sich fast nur im Verborgenen ab. Wer auf mehr Dämonengeplänkel oder Götterspielchen gehofft hat, dürfte bei diesem Band enttäuscht sein. Aaaaber - nicht alles ist so distanziert wie das Intrigenspiel. Gerade gegen Ende spitzen sich einige (sehr persönliche) Geschichten zu und gipfeln in einem atemberaubenden Höhepunkt.

Buchform:

Fallon sei Dank, sind die Intrigen und politischen Ränke alles andere als trocken und langweilig. Durch ihren Stil und ihre Fähigkeit jeder Figur ein eigenes Gesicht zu verleihen erschafft sie ein höchst unterhaltsames, abwechslungsreiches Politikfantasyabenteuer der ganz besonderen Art.

Ich würde nicht sagen, dass dieses Buch ein typischer zweiter Teil einer Trilogie ist, auch wenn man ihm anmerkt, dass er Übergangscharakter hat. Viele Weichen für den dritten Band werden gelegt. Viele Dinge werden angeschnitten, die so passieren KÖNNTEN, oder eben auch nicht, ohne dass ein allzu fieser Cliffhangar präsentiert wird. Und dennoch bleibt ein gewisses Maß an Spannung für den Leser erhalten.

Fazit:

Ein grandioses Buch. Noch besser als sein Vorgänger, wenn auch weniger magisch. Aber dafür mit vielen wunderbaren, sehr kontrastreichen Figuren und Wendungen. Macht absolut Lust auf Teil 3.

Kommentare:

  1. Ich hab sooo viel von Jennifer Fallon bei mir daheim stehen und habe bis jetzt ja leider nur ihre Gezeitenstern-Saga gelesen. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon längst wieder was von ihr gelesen habe, wo mir ihre Bücher bislang sooo gut gefielen! Ich denke, ich werde demnächst mal was in Angriff nehmen! Schönes Fazit. :)

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    1. Von der Gezeitensternsaga habe ich bisher leider nur den ersten Band gelesen, aber die anderen drei habe ich hier und werde ich sicher bald lesen :)

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