Mittwoch, 16. Oktober 2013

Rezension zu City of Glass – Die Chroniken der Unterwelt von Cassandra Clare

City of Glass
Cassandra Clare
Arena (1. August 2009)
Gebunden
ISBN: 978-3401061344
19,99 Euro
728 Seiten

 Statement:

In meinen Augen ist dieser Band deutlich mehr gelungen, als die beiden Vorgänger.

Kurzbeschreibung:

Clary setzt alles daran ihre Mutter aus dem Koma zu erwecken. Dafür reist sie auch nach Idris, in die Heimat der Schattenjäger. Doch Valentin hat andere Pläne. Sein Ziel ist es den Rat der Schattenjäger von schädlichen Einflüssen zu befreien, dafür scheut er auch nicht davor zurück Idris mit einem Heer aus Dämonen zu überziehen. Werden die Schattenjäger Idris retten können?

Meinung:

Die ersten beiden Teile hatten mir ja nicht so besonders gefallen, dennoch wollte ich den dritten Teil noch gelesen haben, denn er schließt diese Reihe meiner Meinung nach ganz gut ab. Auch wenn es noch weitere Teile der Reihe gibt.
Einige Motive und Verhaltensweisen der Figuren sind immer noch leicht unrealistisch und wenig nachvollziehbar, aber die Storyline an sich ist deutlich stringenter und in sich schlüssiger und die emotionalen Szenen waren zum  ersten Mal eindrücklich und konnten mir teilweise sogar nahe gehen.
Dennoch habe ich einige Kritikpunkte:

1) Die meisten Figuren, gerade die Jugendlichen nehmen sich einfach zu wichtig. Denn außer Clary hat keiner von ihnen eine wirklich so überaus besondere Kraft, dass es mich aus den Socken reißen könnte.
2) Die schlimmste Figur von allen ist in meinen Augen aber wohl Jace. Sein anfängliches Verhalten Simon gegenüber ist das einen Dreijährigen im Sandkasten.
Und sein Verhalten Clary gegenüber ist eine einzige Katastrophe. Das was er tut hat nichts mehr mit romantischem Beschützerinstinkt zu tun, sondern zeugt von Arroganz und Kontrollsucht. Clary ist ja immer so begeistert davon, dass er sie für stark hält und ihr alles zutraut. Ich frage mich, wie sie auf diese Idee kommt, denn eigentlich würde Jace sie ja gerne einsperren und nicht mal vor die Tür lassen, weil „ihr könnte ja was passieren“ und „es ist viel zu gefährlich“ und sie „solle besser hier bleiben“. Wenn ich diesen einen Satz ein weiteres Mal hätte lesen müssen, hätte ich das Buch an die Wand geworfen. Jace glaubt auch er wäre ein Geschenk Gottes an die Menschheit. Er nimmt sich so wichtig, dass er dabei alle anderen vollkommen vergisst. Was für eine nervige Figur.

3) Und wenn er einmal nicht in seiner Arroganz schwimmt, dann badet er in unerträglichem Selbstmitleid.
4) Die Figuren in der Führungsposition (gerade im Rat) werden dümmer dargestellt als Brot. Vielleicht sollen sie von dem teilweise irrationalen Verhalten der Teenager ablenken. So stehen ihre Handlungen wenigstens nicht mehr in ganz  so schlechtem Licht.

5) Dann Clarys etwas lächerlich Angewohnheit immer alle Stelen zu verlieren. Wobei das eher etwas ist worüber ich schmunzeln musste. Denn sonst wäre ja alles auch arg zu einfach.

6) Einige Szenen hatten dann doch ein wenig zu viel von einem Deus Ex Machina. Ich nenne hier lieber nur ein Stichwort „Rudel Wölfe“ alles andere würde zu viel spoilern. Aber es erinnerte mich dann doch sehr an Gandalf im zweiten Teil des Herrn der Ringe.
7) Und zu allerletzt wieder mein Unverständnis für diesen Antagonisten. Ok, der neu dazu gekommene Antagonist war einfach nur böse. So einfach von Grund auf, aber Valentin ist für mich immer noch eine in sich absolut nicht schlüssige Figur. Ich werde mir jetzt einreden, dass er wahnsinnig war, das würde zumindest ein wenig sein Verhalten erklären.
Denn – er hasst Dämonen, aber ein Dämonenheer ist ok. Denn – er hasst Schattenweltler noch mehr als Dämonen – weil er neidisch ist? Ahja. Er benimmt sich ebenso wie Jace, wie ein zickiges, aufmüpfiges Kind, das im Kindergarten keinen Lolli bekommen hat. Einfach eine Tracht Prügel für den Herrn und dann hätt' er schon was daraus gelernt. Aber alle Figuren scheinen sich ja schon bei der Nennung seines Namens in die Hose zu machen.
Dann lebt Valentin natürlich ganz allein von Vorurteilen und der absoluten Ignoranz. Na gut, das muss er, sonst wäre das Buch nach 3 Seiten beendet gewesen. Amatis bezeichnet ihn schon korrekt als „engstirnig“. Auch wenn es arg freundlich ausgedrückt war.

Fazit:
Aber wie gesagt, Alles in Allem war das Buch deutlich besser als Teil 1 und 2. Nachvollziehbarer, spannender und emotionaler und auch der Höhepunkt war gar nicht so schlecht gemacht. Gut gefallen hat mir, dass es kein abruptes Ende gegeben hat, sondern sich die Autorin wirklich mit dem Epilog sehr viel Zeit gelassen hat.
Für mich ist die Reihe nun beendet.  

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