Samstag, 7. September 2013

Rezension zu Glas – Der dunkle Turm 4 von Stephen King

Stephen King
Glas
Heyne (1.Dez. 2003)
Taschenbuch
Originaltitel: Wizard and Glass
ISBN: 978-3453875593
992 Seiten
10,99 Euro
Glas war definitiv mein Monatshighlight im Juli 2013.
Kurzbeschreibung:
"Roland und seine Gefährten können durch List und Geschick dem rätselbesessenen Monotrail entkommen und landen an einem Ort, der unserer Welt nicht unähnlich ist. Auf einer langen Wanderung in Richtung Turm, erzählt Roland zum ersten Mal aus seiner Vergangenheit."

Glas war definitiv mein Monatshighlight im Juli 2013.
Es ist wie sein Vorgänger einfach eine gelungene Mischung aus Revolverwestern, Endzeit, Drama und Abenteuerroman, gewürzt mit einer Prise Horror.
King schafft es ohne viele Worte (was gelinde gesagt schon fast an Ironie grenzt bei über 900 Seiten) schon auf den ersten Seiten die Einsamkeit, den Horror und die bedrückende Atmosphäre einer kaputten Welt in dem Leser zu erwecken. Eine kleine, fast nichtige Szene am Rande, als Jake in dem zerstörten Park plötzlich auf eine Nachbildung des Zuges Charlie Tschuff Tschuff stieß, ließ bei mir alle Nackenhaare zu Berge stehen. Und in diesem Sinne geht es weiter.
Unsere Gefährten befinden sich in einem Kansas, das dem Kansas der Gegenwart sehr ähnlich ist. Nur zerstört, ausgeblutet, eine Geisterstadt. King schafft es die Gefühle der Gefährten absolut nachvollziehbar und eindrücklich zu schildern, ohne dass es aufgesetzt klingt, oder an irgendeiner Stelle unglaubwürdig wird.
Der kleine Bumbler Oi sorgt immer wieder für nahezu sorglose Momente. Immer mal wieder lockert er die bedrückende Stimmung ein wenig auf und so entstehen teilweise nahezu heitere Momente.
Roland, der zuvor immer als arg bärbeißig, zurück haltend, distanziert und geheimnisvoll präsentiert wurde, darf in diesem Buch zum ersten Mal einen Teil seiner eigenen Geschichte erzählen. Und das tut er mit allen emotionalen Höhen und Tiefen, mit Verrat, Intrigen, Hass, Liebe und einer guten Portion Mystik und Tragik am Ende. Und dennoch verliert der Leser den „älteren“ den „gereifteren“ Roland nie aus den Augen. Er verliert ebenfalls nichts an seiner Faszination, nur weil der Leser einige seiner Motive nun besser begreift.
Im Gegenteil, das Offenlegen seiner Geschichte macht Roland zu einer deutlich greifbareren Figur, die einem noch näher geht, noch mehr an Herz wächst und die man einfach noch mehr verstehen kann als zuvor. Für mich war dies der Wendepunkt in der Geschichte bisher. Jetzt erst recht! Jetzt möchte ich erst Recht Roland und seine Gefährten auf dem Weg zum dunklen Turm (bis zum Ende) begleiten.
Auch die anderen Figuren in Roland Vergangenheit waren facettenreich, authentisch und einfach menschlich geschildert. Da dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein und nie zu vergessen die gehörige Portion Mystik, die einfach in der Natur von Glaskugeln liegt.
Störend mag für den einen oder anderen die Anspielung auf den Zauberer von Oz sein, für andere mag das ein Pluspunkt sein. Für mich wirkt diese Szene ein wenig montiert, aber ließ mich emotional dennoch mitfiebern.
Am Ende des Buches schlägt King auch wieder eine Brücke zum Ende des dritten Teils und lässt mich, auch wenn Rolands Reise noch lange nicht beendet ist und viele Fragen auch weiterhin offen sind, sehr zufrieden zurück.
Zufrieden und mit Vorfreude auf den nächsten Band, den ich sicher bald lesen werde.

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