Samstag, 7. September 2013

Rezension zu City of Ashes – Die Chroniken der Unterwelt 2 von Cassandra Clare

Cassandra Clare
City of Ashes
Arena (Juni 2008)
Gebunden
Originaltitel: City of Ashes
ISBN: 978-3401061337
480 Seiten
17,99 Euro

Eine Kurzbeschreibung...
werde ich mir an dieser Stelle einfach verkneifen. Da ich keine konsequente Storyline erkennen konnte. Wer es genauer wissen mag, kann sich gerne die dazu gehörige Seite auf Amazon ansehen.
 Für mich ist dieses Buch, der typische zweite Teil einer Trilogie (auch wenn ich gehört habe, dass zu der Reihe mittlerweile vier Teile oder mehr?) gehören.
Es konnte mich weder storytechnisch überzeugen, noch war ich angetan von der Figureninteraktion. Es bringt einen auch in der Grundgeschichte nicht besonders weiter. Und gerade die erste Hälfte musste ich mich zwingen, weiter zu lesen, da für mich viele Handlungen nicht nachvollziehbar waren. Vor allem die Handlungen der Inquisitorin waren für mich vollkommen überzogen und nicht glaubwürdig geschildert.
Auch wenn die Autorin sehr viel Wert darauf gelegt hat, ihr eine vernünftige Hintergrundgeschichte voller Gram und Schmerz zu geben, war ihre Sturheit, ihr Eigensinn und ihre Grausamkeit bis zu einem gewissen Grad einfach nur nervtötend und dem Lesespaß abträglich.
Auch die anderen Charaktere (vor allem die Erwachsenen) benehmen sich wie Teenager, erwarten aber von den handelnden Hauptfiguren erwachsenes und klar strukturiertes Verhalten. So manches Mal hätte ich gerne alle Charaktere in einen Sack gesteckt und mit dem Knüppel drauf gehauen. Ich hätte immer den Richtigen getroffen.
Aber auch die Handlungen des Antagonisten wirkten wirr und waren bis zum Ende absolut nicht zielgerichtet. Mag sein, dass sein „geheimnisvolles“ und sehr ambivalentes Verhalten den Spannungsbogen aufrecht erhalten sollte, aber er wirkte eher wie ein Welpe auf mich, der noch nicht wusste, was er wirklich will. Ein Mann, der sich verzettelt hat und der seinen eigenen Worten im Grunde mit seinen eigenen Handlungen widerspricht.
Auch die Liebesgeschichte wirkte an vielen Stellen gestellt und im Grunde drehte sie sich nur in endlosen Kreisen. Clarys und Jaces Verhalten dem jeweils anderen gegenüber brachte mich nur dazu mehrfach die Augen zu verdrehen. Ein einfaches Gespräch hätte so vieles regeln können, aber anscheinend sind die Figuren an vielen Stellen nicht besonders vernunftbegabt.
Simons Verhalten innerhalb dieser Dreieckskonstellation war noch am ehesten nachvollziehbar für mich als Leser. Seine Versuche Clary für sich zu gewinnen, später seine Erkenntnis, dass sie niemals Sein sein wird, sein Schmerz und seine spätere Distanz.
Seine Verwandlung an späterer Stelle jedoch wirkte wie das Füllen eines Plotholes und war – wenn man andere Bücher des Genres kennt – fast schon hervorsehbar.
Die Endschlacht am Ende war so unglaublich banal und wenn dann doch mal jemand schwer verletzt war, hatte man ja immer noch den Hexenmeister zur Hand, der alles richten konnte. Nachtigall ick hör dir trapsen. Wenn da mal nicht alle Tauben ein „Deus ex Machina“ vom Dach pfeifen.
Außerdem wirkte auch diese Schlacht ein wenig unglaubwürdig, wenn man sie mit den übrigen Kampfszenen des Buches vergleicht. Im Normalfall brauchen unsere Dämonenjäger schon all ihre Kräfte um einen oder zwei Dämonen zu erwischen. Auf dem Schiff jedoch war es für Luke und Jace anscheinend ein leichtes eine ganze Horde allein aufzuhalten. Da stellt man sich doch unwillkürlich die Frage, ob sich die Damen und Herren zuvor einfach zu blöd angestellt haben, oder ob die Dämonen auf dem Schiff alle unter Drogen standen und selbst auf einmal zu nichts mehr fähig waren. Wie auch immer – authentisch wirkte das Ganze nicht. Nicht mal als Inhalt von Jugend-Fantasy-Literatur.
Im Grunde war es dennoch eine unterhaltsame Lektüre. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es mich durchaus hätte überzeugen können – vor zehn Jahren vielleicht. Möglicherweise wären mir dann einige der Logikfehler und das inkonsequente Verhalten der handelnden Figuren nicht so schwerwiegend erschienen und ich hätte auf Grund der ja schon irgendwie süßen Liebesgeschichte ein Auge zudrücken können.
Aber so fehlte es an Emotion, an wirklichem Drama, an Tragik und an Glaubwürdigkeit. Um dem Ganzen Genüge zu tun, werde ich auch den dritten Teil noch lesen, aber danach darf das Kapitel dann abgehakt werden. Mehr davon brauche ich definitiv nicht.

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