Sonntag, 14. Juli 2013

Eindrücke: Die 24 bisher gelesene Bücher 2013

Außer der Jahrestatistik von 2012 lag mein Blog nun lange Zeit, absolut nicht aktuell, brach. Ich hoffe, das nun wieder ändern zu können.
Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind eingeleitet. Die Seitenrändern sind wieder auf dem neusten Stand und werden täglich aktualisiert. Die ersten beiden Rezensionen in diesem Jahr sind heute online gegangen. Und ich habe in einem halben Jahr schon mehr gelesen als das ganze Jahr 2012 zusammen.

Das mit den regelmäßigen Rezensionen ist sicher zu schaffen. Vieles von der Blogarbeit muss nur wieder Routine werden. Immerhin habe ich den Spaß daran wieder entdeckt. Ich denke, einiges hab ich meinem neuen Mitbewohner Kuscho, einem siebenjährigen Kater, zu verdanken. Das gemeinsame Lesen im Bett ist einfach viel gemütlicher. Und er motiviert mich, mich wieder mehr mit Literatur auseinander zu setzen.

Die ersten 24 Bücher, die ich gelesen habe, werde ich nicht mehr einzeln vollständig rezensieren. Ich möchte ihnen gerecht werden und das kann ich nur, wenn die Erinnerung an das Buch noch frisch ist. Dennoch möchte ich zu jedem gelesenen Buch ein oder zwei Eindrücke schildern.

Ewiglich die Sehnsucht und Ewiglich die Hoffnung von Brodi Ashton
Bevor ich „Ewiglich die Hoffnung“ von Brodi Ashton begonnen habe, den zweiten Teil der Ewiglich Trilogie, habe ich den ersten Teil noch einmal gelesen. Und wieder ging er mir sehr ans Herz. Auch wenn man nicht sagen kann, dass Ewiglich die Hoffnung ein typischer zweiter Teil eines Dreiteilers ist, konnte er mich nicht auf die gleiche Weise berühren, wie der erste Teil. Es gab einfach viel zu viel neues zu entdecken. Auch wenn die meisten Ideen sehr interessant waren, fehlte mir der bitter-süße Schmerz der Figureninteraktion, wie im ersten Teil. Gefallen hat er mir trotzdem, auch wenn das Ende, nicht das gleiche Gefühlschaos hinterließ, wie der erste Teil, hat er mich doch neugierig auf den dritten Teil werden lassen.
Definitiv eine Leseempfehlung für beide Bände.

City of Bones von Cassandra Clare
Seicht. Seicht ist das erste Wort, was mir zu diesem Buch einfällt. Weder haben mich die Figuren besonders mitgerissen, noch hat mich die „Welt“ überzeugt. Ebenfalls war es mir relativ egal, wer mit wem und wie und weswegen. Es ist leicht und schnell zu lesen und sicherlich kein schlechtes Buch. Aber ich denke ich bin dieser Art von Literatur einfach entwachsen. Es hätte mich vor sechs oder sieben Jahren vielleicht noch in seinen Bann ziehen können, aber jetzt ist es eher eine Form der Nebenbeilektüre. Nicht schlecht, aber sicher auch nichts was mich gefühlsmäßig absolut anspricht,. Trotzdem lese ich neben der Arbeit nun auch Teil 2.


Das Haus von San Gregorio von Danielle Steel
Eine Katastrophe. Eine Qual. „Die Schneetänzerin“ der gleichen Autorin hatte mir sehr gut gefallen und mir war nach einer süßen, märchenhaften Liebesgeschichte. Was ich bekam war eine flache, unwichtige, absolut unberührende Geschichte, die nicht wirklich was mit Liebe zu tun hatte, aber auch für ein Drama oder eine Kriminalgeschichte einfach nicht genug hergegeben hat. Selten haben mich 256 Seiten so lange aufgehalten. Finger weg davon!




Der Zementgarten von Ian McEwan
Wow! Das ist wirklich die Kunst der Dekadenz. Abstoßend und mitreißend zu gleich. Klug
geschrieben, ein Thema was lieber totgeschwiegen wird. Mit einem klaren, leicht distanzierten Schreibstil, der mir umso mehr ans Herz ging, je weiter man sich eigentlich von den Figuren entfernen sollte. Hohe Kunst. Und ein Ende, dass einen nicht sofort loslässt. Kann ich nur empfehlen. 208 Seiten und jede Seite hat sich gelohnt.




Julia von Anne Fortier
Ein Spontankauf. Ich hatte eine längere Reise vor mir und hatte meinen Lesestoff vergessen. Eine Freundin von mir hatte es gerade gelesen und ich war neugierig geworden. Ich mag ja Geschichten, die einen literarischen Hintergrund haben.
Einige Zitate aus dem Buch sind tatsächlich wunderschön, aber im Großen und Ganzen war das Buch eher Mittelmaß. Weder so richtig schlecht, noch wirklich richtig gut. Die Hauptfigur ging mir manchmal ein wenig zu sehr auf den Geist und einige Handlungsstränge hätte man gut und gerne weglassen können. Das Ende war mir ein bisschen zu unglaubwürdig, zu gewollt actionlastig und die Liebesgeschichte, die ich erwartet hatte, war weniger anrührend als gehofft. Man kann es durchaus lesen, wenn man sich mit über 600 Seiten Mittelmaß zufrieden geben mag. Aber es ist auch kein Muss.



Die Landkarte der Zeit von Felix J. Palma
Am liebsten würde ich einfach gar nichts zu diesem Buch sagen. Einfach vergessen, dass ich das wirklich zu Ende gelesen habe. Oh, welch verschwendete Zeit. Wieso nur, wieso, hat dieses Buch so viele gute Kritiken bekommen? Es war doch schon nach 50 Seiten klar worauf es hinaus laufen wird. Und die permanenten Gedanken und Ideen zu Zeitreisen? Schon hundert Mal, schon hundert Mal besser durchgekaut worden.
Und auch die Figuren – ach bitte – ob sie leben oder ob sie sterben, wen hat das schon interessiert? Einfach nicht der Rede wert. Wirklich, und es mag ja ein Stilmittel sein, wenn der Erzähler sich selbst kommentiert. Auf mich wirkt das aber arg gewollt und nicht gekonnt. Lächerlich. Ach, weg weg mit dem Buch. Einfach weg! -.-

Labyrinth der Spiegel von Sergej Lukianenko
Oh ja, das hat mir gut gefallen. Hat jetzt nicht den mordsmäßigen literarischen Anspruch. Aber hohen Unterhaltungswert. Auch wenns eins von den älteren Werken ist und einige technische „Errungenschaften“ dieses Buches einfach heute schon absolut veraltet sind, hat es mir sehr gut gefallen. Eine Art kluge Science Fiction, die auch oder vor allem für Gamer sehr interessant sein dürfte.






Saeculum von Ursula Posnanski
Ein Horror-Jugendbuch mit dem Hintergrund des Mittelalter-Reenactments. Da ich ja selbst eine Zeitlang auf Mittelaltermärkten gearbeitet habe und auch in einer Kneipe kellnere, die einen ähnlichen Hintergrund hat, hat das Buch mich natürlich neugierig gemacht.
Manche Charaktere blieben zwar etwas blass, aber das Wichtigste, also die Atmosphäre der Angst, der Zweifel, des Misstrauens, des Horrors, wurde wunderbar wiedergegeben. Ich hab mich tatsächlich gegruselt und hatte zwar immer mal wieder eine Ahnung, wie es ausgehen würde, aber im Grunde hat mich das ganze Buch wunderbar unterhalten. Kann ich absolut empfehlen. Außerdem hatte ich am Ende dann doch einen „Awww“-Effekt.

Der unsterbliche Prinz von Jennifer Fallon
Mal weit ab von „Standartfantasy“ hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich mochte die Charaktere, ich mochte auch die Geschichten aus der Vergangenheit. Ich mag das System, die Welt. Auch wenn es jetzt nicht vor Action strotzt, haben mich die Ränke und Interaktionen der Figuren sehr gut unterhalten. Gerade die Szenen mit den „Tierwesen“ sind mir teilweise deutlich nahe gegangen. Recht viele Seite, aber ohne Probleme schnell zu lesen. Muss man aber mögen. Wer lieber Elfen, Orks und Zwerge mag, der sollte die Finger von dieser Form der Fantasy lassen.






Die Enklave von Ann Aguirre
Eher ermüdend. Weder besonders anspruchsvoll, noch besonders unterhaltsam. Die Charaktere waren mir zu fremd, als dass ich mit ihnen hätte mitfiebern können oder wollen. Und egal ob es sich um die Szenen in den alten U-Bahnschächten handelten, oder um die Szenen in der Oberwelt. So wirklich mitgerissen hat mich das ganze Buch nicht. Vielleicht auch hier: Es handelt sich um eine Jungendbuchdystopie. Und vielleicht hätte es mir vor einigen Jahren gut gefallen, aber ich habe einfach schon zu viel in diesem Bereich gelesen und auch zu viel besseres. Kann man als Teenager ruhig zwischendurch lesen, vielleicht wird man auch Gefallen daran finden. Für mich ist es heute nichts mehr. Steht gelesen im Regal. Das ist okay. Mehr auch nicht.

Die dunkle Königin von George R. R. Martin
So sehr ich „Das Lied von Eis und Feuer“ liebe, mit Band Acht hatte ich meine Mühen. Ich habe sogar zwischen drin mal Pause gemacht und andere Bücher vorher gelesen. Im Grunde bin ich aber wieder begeistert wie immer. Einige Teile endeten mit einem fiesen Cliffhangar. Aber ich freue mich auf Band neun. Wenn auch kein Band bisher an den ersten Teil heran reichen konnte.





Die Wahrheiten 1-3 von Dawn Cook
Auch diese drei Bücher waren Rereads. Mir war einfach danach mal wieder Bücher zu lesen, von denen ich weiß, dass ich sie mag. Wie auch beim ersten Lesen empfand ich den zweiten Band als bisher schwächsten Teil. Trotzdem kann ich nicht müde werden diese Reihe zu empfehlen. Ein Magiesystem, das auf Biologie beruht und einfach schlüssig ist. Spannende Interaktionen der Charaktere, Geheimnisse und viele Fäden die zusammen führen. Ich habe alle drei Teile hintereinander weg gelesen. Auf Band Vier hatte ich dann aber irgendwie keine Lust mehr. Daher hab ich den dann einfach weggelassen. Es zwingt mich ja keiner dazu.



Die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier
Ich habe alle drei Teile dieses Jahr gelesen. Hm, was soll ich sagen. Die vollendete Begeisterung, die man überall im Netz findet, hat sich bei mir nicht eingestellt. Es war nett zu lesen. Alle drei Bücher. Ich habe sie alle in kurzer Zeit hintereinander gelesen, daher geht die Erinnerung an die Geschichte nahtlos ineinander über. Aber die Protagonisten waren mir leider nicht so besonders sympathisch und manchmal war mir der Humor oder die Witze zu gestellt. Im Grunde war ich mit der Auflösung des Ganzes durchaus (okay nur halbwegs) zufrieden. Und einige Nebencharaktere fand ich ganz super. Aber ich habe die Romane auch nur nebenher auf der Arbeit gelesen. Mich damit zuhause ins Bett gelegt hätte ich mich nicht. Dafür konnte es mich einfach nicht genug fesseln. Aber ich kann verstehen, warum so viele die Bücher lieben. Es ist schon eine zuckersüße Geschichte. Und eine nette Aufmachung mit all den Zitaten hat es auch. Ist schon durchaus lesenswert.

Der König von Helsinki von Roman Schatz
Ich habe das Buch unterm Bett gefunden. Merkwürdige Einleitung für einen Leseeindruck? Mag sein. Aber ich hüte noch einige Bücher einer Freundin, die ausgewandert ist. Und irgendwie wusste ich nicht was ich lesen sollte und hab mir einfach das Buch genommen. Es ist eine Autobiografie des Autors, der beschreibt, wie er nach Finnland auswandert, der Liebe wegen und wie er da seinen Weg geht. Manchmal ganz interessant zu lesen, was ihm so für Steine im Weg lagen und auf welche Art und Weise er die Probleme gelöst hat. Auch als Sozialstudie über die Leute ganz nett zu lesen. Aber manchmal war mir sein Stil zu vulgär und zu platt. Manche Sachen waren dann auch ein wenig zu detailliert geschildert. Ein Buch für eine Nacht. Länger habe ich dafür nicht gebraucht. Muss man aber auch nicht lesen.




Eindeutig Liebe von Jessica Thompson
Könnte sich zu einem meiner Lieblings-Liebesromane entwickeln. Es war ein Spontankauf am Düsseldorfer Flughafen, als Freunde und ich meine beste Freundin weg gebracht haben. Mir war nach Kitsch. Aber ich bekam eine kluge, ruhige Liebesgeschichte, die in den Fingerspitzen kribbelt. Ich bekam eine „Liebe auf den ersten Blick“ Liebesgeschichte mit Hindernissen, die sehr einfühlsam beschreibt, wie zwei Menschen, die sich lieben, die besten Freunde werden. Und das aus der Sicht beider Protagonisten, ohne dabei unglaubwürdig zu werden, oder den sanften Weg zu verlieren. Am Ende musste ich weinen, weil ich glücklich war. Und es gab so viele Momente, wo man nur Seufzen, Träumen und Schwärmen konnte. Einfach eine ganz wunderbare Geschichte.
Absolut zu empfehlen, für jeden, der etwas fürs Herz sucht und trotzdem einen anspruchsvollen Stil der Autorin zu schätzen weiß.

Solange am Himmel Sterne stehen von Kristin Harmel
Eine Liebesgeschichte mit dem Hintergrund der Judenverfolgung in Frankreich. Wer Nicholas Sparks mag, mag auch dieses Buch. Es hat nur ein bitter-süßes Happy End und es hat so viel mehr, als bloß eine Liebesgeschichte. Es hat Vergangenheit und Familie, Beruf und Herz. Es hat freundliche Charaktere und einen flüssigen, angenehmen Schreibstil. Das Thema wird beibehalten und verliert nie den Blick auf den Titel.
Auch definitiv zu empfehlen.








Der Spiegel von Feuer und Eis von Lynn Raven
Das Buch hat mich gelangweilt. Die Charaktere (also vor allem die Protagonistin) haben mich genervt und das „große Geheimnis“ war viel zu einfach zu durchschauen. Ich mag ja Schnee und Eis Settings. Aber nach der hundertsten Beschreibung von Eisblumen in denen sich das Licht bricht und der tausendsten Beschreibung des blendenden Weiß von jungfräulichem Schnee, hatte sogar ich die Nase gestrichen voll.
Eine nicht besonders gelungene Anlehnung an das Thema „Die Schneekönigin“. Lieber bleibe ich da bei dem Original von Hans Christian Andersen.
Auch die „zarte“ Liebesgeschichte hat meine Fingerspitzen nicht zum Kribbeln gebracht. Sie war so – wie soll ich sagen – belanglos. Und das Ende war wirr, unausgegoren, als hätte sich die Autorin verzettelt. Ich weiß, dass einige Menschen das Buch lieben. Aber mich konnte es nicht begeistern. Ich brauchte drei Anläufe um es anzufangen und habe eine halbe Ewigkeit und viel Zwang gebraucht um es zu beenden.

Der Todeskünstler von Cody McFadyen
Der Thriller hat mir sogar noch besser gefallen, als der erste Teil damals. Ich mag Smoky und ich mag ihr Team. Ich mag wie sie denkt und ich mag wie sie fühlt. Zwischendurch war ich von einigen Schilderungen sehr entsetzt. Aber McFadyen erzählt seine Geschichten schlüssig und emotional verständlich. Der Stil mag nicht jedem gefallen, aber ich komme sehr gut damit zurecht. Wenn man dieses „Grusel-Schocker-Entsetzen“ sucht, muss man natürlich etwas anderes lesen. Die Spannung in den Romanen wird eher durch den Fortgang und die Rätsel ausgelöst und viel weniger durch tatsächliche Action. Definitiv mag ich auch die nächsten Teile lesen.




Die Flammen der Dämmerung von Peter V. Brett
Wie lange habe ich gewartet und mich nach diesem Buch gesehnt. Die ersten Teile hatten mich so sehr begeistert, dass ich es kaum erwarten konnte, es endlich in Händen zu halten. Und dann über 1000 Seiten. Ein Traum.
Die erste Hälfte konnte meine Hoffnungen erfüllen. Wieder wird die Vergangenheit und Lebensgeschichte eines Charakters aufgegriffen und erklärt und es war sehr sehr spannend zu lesen. Aber es gab mehr als eine Szene, die mir später gehörig auf den Senkel ging. So ziemlich alle Szenen mit Renna (Arlens Freundin) die sich zur absoluten furchtbarsten Zicke entwickelt hat, die man sich vorstellen kann. Und die endlosen, sich immer wiederholenden Kämpfe waren ermüdend. Auch der Versuch immer stärkere Feinde und Probleme herauf zu beschwören war mit der Zeit etwas entnervend.
Es ging sogar soweit, dass ich das Buch eine Weile zur Seite gelegt habe. Das wäre mir mit den ersten beiden Teilen niemals passiert. Außerdem fand ich die „Antagonisten“ wenn man sie denn so nennen mag, irgendwann deutlich sympathischer, als Arlen und seine Anhänger. Was schade ist, denn ich liebe, den klugen, aufrichtigen Jungen aus Band Eins sehr. Letztendlich habe ich es nun im Juli beendet und das Ende bereitet einen furchtbar gemeinen Cliffhangar. Und trotz meines Gemeckers, liebe ich das Buch trotzdem und werden mit Sehnsucht die nächsten Bände erwarten.

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